Gewinn halbiert: Facebook reisst UBS-Gewinn in die Tiefe
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Gewinn halbiertFacebook reisst UBS-Gewinn in die Tiefe

Die UBS schreibt im zweiten Quartal 425 Millionen Franken Gewinn - das ist weit weniger als erwartet. Schuld daran trägt zu einem grossen Teil der Börsengang von Facebook.

Die UBS halbiert ihren Gewinn im zweiten Quartal 2012.

Die UBS halbiert ihren Gewinn im zweiten Quartal 2012.

Die Grossbank UBS hat im zweiten Quartal deutlich weniger verdient. Neben der Schuldenkrise drückte der missglückte Börsengang von Facebook auf den Gewinn. Die UBS will nun juristisch gegen die Technologiebörse Nasdaq vorgehen, um eine Entschädigung zu erhalten.

Der Gewinn der UBS brach in den Monaten April bis Juni um die Hälfte auf 425 Mio. Fr. ein, wie die Grossbank am Dienstag mitteilte. Im Vorjahr hatte die UBS noch gut eine Milliarde Franken verdient.

Grund für den Gewinnrückgang sind rote Zahlen in der Investmentbank. Diese handelte sich allein mit dem Börsengang der sozialen Plattform Facebook einen Fehlbetrag von 349 Mio. Fr. ein.

Aufträge mehrfach ausgeführt

Die UBS macht für den Verlust ein «grobes Missmanagement» und eine «Pflichtverletzung» der New Yorker Technologiebörse Nasdaq verantwortlich und will mit «angemessenen rechtlichen Schritten» gegen sie vorgehen.

Die UBS hatte als Marktmacher zahlreiche Aufträge von Kunden, als Facebook am 18. Mai an die Börse ging. Das Handelssystem der Nasdaq war allerdings überfordert, die Händler wussten zum Teil stundenlang nicht, ob ihre Aufträge ausgeführt wurden und tätigten sie daher mehrfach. Weil am Schluss doch alle Aufträge ausgeführt wurden, sass die UBS auf deutlich mehr Papieren, als sie wollte.

Auf dem juristischen Weg will die UBS nun eine volle Entschädigung für den Verlust zu erhalten. Die Nasdaq hat betroffenen Händlern bereits eine Entschädigung angeboten. Um allein den Schaden der UBS auszuräumen, reicht die Summe aber bei weitem nicht.

Weniger Handelsaufträge und mehr Kundengelder

Neben dem Facebook-Debakel belastete auch das Wertpapiergeschäft, das mit vielen Problemen kämpfte, die Investmentbank, wie die UBS mitteilte. Diese tauchte deshalb mit einem Vorsteuerverlust von 130 Mio. Fr. in die roten Zahlen.

Auch in der Vermögensverwaltung kämpft die Bank mit einer mässigen Ertragslage und gestiegenen Kosten. Die reichen Privatkunden geben angesichts der weltwirtschaftlichen Unsicherheiten weniger Handelsaufträge, an denen die Bank mitverdient. Mit 502 Mio. Fr. Vorsteuergewinn blieb die Sparte aber in den schwarzen Zahlen.

Der Zufluss an neuen Kundengelder betrug in der Vermögensverwaltung netto 13,2 Mrd. Franken. In allen Sparten, also auch dem Geschäft mit institutionellen Kunden, waren der Bank Ende Juni 2,163 Billionen Fr. anvertraut, nach 2,088 Billionen Fr. ein Jahr davor.

Erwartungen der Analysten enttäuscht

Mit ihren Quartalszahlen hat die UBS die Erwartungen der Analystengemeinde enttäuscht. Der Aktienkurs der Grossbank ist daher am Dienstag bei Handelsbeginn auf Talfahrt geschickt worden. Kurz nach 9.30 Uhr notierten die UBS-Aktien rund 5,0 Prozent unter dem Kurs vom Vorabend. Der Leitindex SMI (Swiss Market Index) lag derweil nur ganz leicht im Minus.

Was die zukünftige Entwicklung anbelangt, zeigte sich die UBS vorsichtig. Sollten keine Fortschritte in der Schuldenkrise und im europäischen Bankensystem erzielt werden und die Marktaktivität wie saisonal üblich im dritten Quartal weiter abnehmen, seien weitere Ergebnisverbesserungen unter den herrschenden Marktbedingungen unwahrscheinlich, hiess es (sda)

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