Aktualisiert 15.12.2011 15:13

Radikale Änderung

Facebook schaltet die Zeitleiste frei

Ob Tätowierung, Gewichtsverlust oder der erste Kuss: Die Facebook-Nutzer sollen ihr Leben in der «Chronik» dokumentieren. Einmal aktiviert, sieht auf der Profil-Seite nichts mehr so aus wie zuvor.

von
dsc

Facebook hat weltweit mit der Einführung der Zeitleiste begonnen, die alle Aktivitäten der Nutzer neu darstellt. Die neue Ansicht der Profil-Seite - auf Deutsch als Chronik bezeichnet - ermöglicht es den mehr als 800 Millionen Mitgliedern, sich mit einem magazinartigen Lebenslauf zu präsentieren.

Die bislang als Timeline bekannte Funktion war bereits im September angekündigt worden. Die Funktion wird allerdings nicht sofort freigeschaltet - Mitglieder haben nach der Aktivierung sieben Tage Zeit, ihre persönliche Zeitleiste zu gestalten. In dieser Zeit kann auch überprüft werden, wie das eigene Facebook-Profil von anderen Nutzern gesehen wird.

Deutsche Datenschützer loben Facebook für die Voreinstellungen bei der neuen Funktion, wie heise.de berichtete. Als positiv bewertet wird die Einführung per «Opt-in» - also nur mit Zustimmung der Nutzer - sowie die Übergangszeit von sieben Tagen bis zur automatischen Freischaltung.

«Die volle Kontrolle»

Facebook versichert, dass Mitglieder genau steuern können, wer welche Inhalte sehen darf. Auch der Zugriff Dritter auf die Zeitleiste wird in den Privatsphären-Einstellungen festgelegt. So kann man den Freunden erlauben, an beliebigen Zeitpunkten Beiträge (mit Bildern) in der eigenen Zeitleiste zu veröffentlichen.

Die Chronik-Ansicht war bei der ersten Präsentation auf ein geteiltes Echo gestossen. «So erzählt man die ganze Geschichte seines Lebens auf einer einzigen Seite», warb Facebook-Chef Mark Zuckerberg damals. Einige Beobachter befürchteten angesichts der Datenfülle allerdings mögliche Schwierigkeiten beim Schutz der Privatsphäre. Das Unternehmen betonte, dass die Nutzer die volle Kontrolle über alle Mitteilungen behalten.

Tätowierung und Erster Kuss

Mit der Zeitleiste sollen Nutzer Beiträge aus der Vergangenheit besser zur Geltung bringen können. Zudem können sie ihr Profil um Ereignisse aus ihrem Leben ergänzen - das Online-Netzwerk gibt dafür Kategorien wie «Neue Arbeitsstelle», «Neues Kind» und «Neues Hobby», aber auch «Gewichtsverlust», «Tätowierung oder Piercing» oder «Erster Kuss» vor.

Wer nicht will, dass ein bestimmter (bereits bei Facebook veröffentlichter) Beitrag in der Zeitleiste auftaucht, kann ihn nachträglich verbergen. Wenn die Maus über den Eintrag bewegt wird, erscheinen in der rechten oberen Ecke zwei Symbole. Mit dem «Stern» können Ereignisse hervorgehoben werden. Wer auf den «Stift» klickt, kann Änderungen vornehmen oder den Beitrag ausblenden.

Alles ist neu

Was das Aussehen des eigenen Facebook-Profils betrifft, wird mit der Zeitleiste eigentlich alles neu. Die optisch wichtigste Neuerung ist das sogenannte Titelbild. Dabei handelt es sich um ein frei wählbares Foto oben auf der Seite, das für alle einsehbar ist. Das bisherige kleine Porträtbild bleibt bestehen und wird ausserdem angezeigt, wenn man Einträge von Freunden kommentiert.

Die Website reface.me hat einige eindrückliche Beispiele gesammelt, was mit dem neuen Design möglich ist. (dsc/sda)

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