01.07.2020 02:46

Reaktion auf Werbeboykott

Facebook schliesst 320 Konten einer rechtsextremen Gruppe

Der Werbeboykott gegen Facebook zeigt Wirkung: Das Social-Media-Unternehmen sperrt die Seiten eines rechtsextremen Netzwerks in den USA.

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Facebook hat am 30. Juni 2020 auf seinen Plattformen rund 320 Konten, 28 Seiten und mehr als 100 Gruppen eines in den USA nach Gewalt strebenden rechtsextremen Netzwerks gesperrt.

Facebook hat am 30. Juni 2020 auf seinen Plattformen rund 320 Konten, 28 Seiten und mehr als 100 Gruppen eines in den USA nach Gewalt strebenden rechtsextremen Netzwerks gesperrt.

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Facebook war wegen seines von vielen als zögerlich empfundenen Umgangs mit problematischen Inhalten zuletzt immer mehr in die Defensive geraten.

Facebook war wegen seines von vielen als zögerlich empfundenen Umgangs mit problematischen Inhalten zuletzt immer mehr in die Defensive geraten.

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Bei dem gesperrten Netzwerk handelt es sich demnach um Gruppen, die sich lose an der rechtsextremen Boogaloo-Bewegung anlehnen. Die Rechtsextremisten wünschen sich den bewaffneten Konflikt mit den Behörden.

Bei dem gesperrten Netzwerk handelt es sich demnach um Gruppen, die sich lose an der rechtsextremen Boogaloo-Bewegung anlehnen. Die Rechtsextremisten wünschen sich den bewaffneten Konflikt mit den Behörden.

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Darum gehts

  • Facebook war zuletzt verstärkt unter Druck geraten, gegen Rassismus, Diskriminierung und Hassbotschaften vorzugehen.
  • Zahlreiche Firmen – darunter auch bekannte Namen wie Coca Cola, Honda, Unilever und Starbucks – hatten sich der Initiative #StopHateForProfit angeschlossen.
  • Jetzt hat Mark Zuckerberg auf die Kritik reagiert.

Facebook hat auf seinen Plattformen rund 320 Konten, mehr als 100 Gruppen und 28 Seiten eines in den USA nach Gewalt strebenden rechtsextremen Netzwerks gesperrt. Die regierungsfeindliche Gruppe werde ab sofort als «gefährliche Organisation» eingestuft und von allen Plattformen verbannt, teilte Facebook am Dienstag mit. Auch Posts, die Unterstützung für die Organisation äusserten, würden künftig gelöscht, hiess es. Facebook war zuletzt – auch durch einen Werbeboykott – unter Druck gekommen, härter gegen hasserfüllte und rassistische Inhalte vorzugehen.

Boogaloo Bois verbannt

Bei dem Netzwerk handelt es sich demnach um Gruppen, die sich lose an der rechtsextremen Boogaloo-Bewegung anlehnen und mitunter auch deren Namen nutzen. «Es bemüht sich aktiv darum, für Gewalt gegen Zivilpersonen, Sicherheitskräfte, Beamte und Regierungsinstitutionen zu werben», erklärte Facebook. Daher seien 220 Facebook-Accounts und 95 Konten bei Instagram gelöscht worden. Zudem seien 400 weitere Gruppen und 100 Seiten gelöscht worden, die auch gegen Facebooks Richtlinien verstiessen und ähnliche Inhalte wie das Netzwerk verbreitet hätten. Boogaloo-Inhalte, in denen zu Gewalt aufgerufen werde, würden immer gelöscht, erklärte Facebook.

Werbeboykott setzt Facebook unter Druck

Facebook war wegen seines von vielen als zögerlich empfundenen Umgangs mit problematischen Inhalten zuletzt immer mehr in die Defensive geraten. Zahlreiche Firmen – darunter bekannte Namen wie Coca-Cola, Unilever, Starbucks und Volkswagen – kündigten an, ihre Werbung in sozialen Netzwerken infolge der Debatte um Hassbotschaften bis auf weiteres auszusetzen. Facebook verweist auf das Recht der Meinungsfreiheit, hat zuletzt aber angekündigt, mehr gegen Hassbotschaften zu tun. Das Unternehmen erklärte am Dienstag: «So lange es in der physischen Welt nach Gewalt strebende Bewegungen gibt, werden sie auch versuchen, digitale Plattformen auszunutzen.»

Kritiker wenden ein, dass Facebook trotz der jüngsten Massnahmen in den USA beim Kampf gegen Hassbotschaften und Extremismus weltweit noch viel Arbeit vor sich hat. Zudem gibt es noch die Fälle, in denen eigentlich legitime Quellen wie US-Präsident Donald Trump nach Ansicht vieler Beobachter die Grenzen zu Gewaltverherrlichung oder manipulativer Darstellung überschreiten. Facebook war zuletzt dafür kritisiert worden, dass das Unternehmen – anders als etwa Twitter – nicht gegen umstrittene Posts von Trump vorgegangen war.

«The_Donald» wurde ebenfalls gesperrt

Zudem steht Facebook in den USA auch für den Umgang mit rassistischen Inhalten in der Kritik. Der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz Ende Mai und die darauffolgenden Proteste haben der Debatte zu Rassismus in den USA deutlich Schwung verliehen.

Am Montag hatte die Online-Plattform Reddit neue Schritte zur Bekämpfung von Hassbotschaften und Gewaltverherrlichung bekanntgegeben und dabei auch eine bei vielen Trump-Unterstützern beliebte Gruppe ("The_Donald") geschlossen. Zunächst wurden rund 2000 Gruppen gesperrt. Auch die Streamingplattform Twitch sperrte einen Account von Trumps Wahlkampfteam vorübergehend.

Reddit machte es vor

Auch Reddit will Hass bekämpfen: Die Online-Plattform hat vor wenigen Tagen die Gruppe «The_Donald»geschlossen. Die bei Trumps Anhängern beliebte Gruppe habe wiederholt gegen die Regeln des Forums verstossen, erklärte Reddit. Die Moderatoren hätten sich geweigert, «unsere einfachsten Erwartungen zu erfüllen». Der «New York Times» zufolge hatte die Gruppe zuletzt knapp 800’000 Mitglieder. Eine weitere grosse und eher linkslastige Gruppe ("Chapo Trap House") werde ebenfalls wegen anhaltenden Verstössen gegen die Richtlinien gesperrt. Die Plattform betonte, alle politischen Meinungen seien auf Reddit willkommen, aber alle Nutzer müssten sich an die Regeln halten.

(SDA)

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