Aktualisiert 29.05.2013 18:21

Soziale MedienFacebook soll Mitarbeiter effizienter machen

Arbeitnehmer fordern mehr Zugang zu sozialen Netzwerken. Facebook und Twitter im Büro steigere ihre Effizienz, glauben sie. Auch Experten sind vom Nutzen für die Firmen überzeugt.

von
egg
Facebook im Büro: Steigt die Effizienz der Arbeitnehmenden? (thinkstockphotos)

Facebook im Büro: Steigt die Effizienz der Arbeitnehmenden? (thinkstockphotos)

Weltweit fordern Arbeitnehmer mehr Zugang zu sozialen Netzwerken am Arbeitsplatz. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Informatikunternehmens Microsoft, die gestern veröffentlicht wurde (siehe Box). Demnach glauben fast die Hälfte (46 Prozent) der weltweit Befragten, dass die Nutzung sozialer Netzwerke sie gezielt bei ihrer Arbeit unterstützen kann.

In der Schweiz liegt dieser Wert bei 31 Prozent. Auffallend: Am meisten glauben die Arbeitnehmenden in China (84 Prozent) sowie in Indien und der Türkei (71 Prozent) daran, dass Facebook, Twitter und Youtube ihren Output verbessern. «Das sind auch die Länder, in denen diese Plattformen am meisten genutzt werden», erklärt Microsoft.

Unternehmen schränken Nutzung immer noch ein

Die Studie zeigt aber auch: Die Unternehmen haben immer noch viele Vorbehalte gegenüber dem freien Gebrauch von Social-Media-Tools am Arbeitsplatz. Immerhin geben in Europa 27 Prozent der Arbeitnehmenden an, dass ihre Unternehmen die Bedeutung solcher Tools noch unterschätzen und deren Nutzung stark einschränken. Als Hauptgründe werden Sicherheitsbedenken genannt.

In der Schweiz seien die Unternehmen pragmatischer geworden im Umgang mit sozialen Medien am Arbeitsplatz, sagt Manuel P. Nappo, Leiter der Fachstelle Social Media Management an der HWZ Hochschule für Wirtschaft in Zürich. «In den meisten Firmen sind die Zugänge auf Facebook, Xing und LinkedIn inzwischen frei zugänglich.» So hat beispielsweise der Bund den Zugang zu Facebook geöffnet, wie es beim Bundesamt für Informatik und Telekommunikation heisst.

Mit Smartphone auf Facebook

Die Firmen öffnen sich aus gutem Grund: «Die sozialen Netzwerke fördern in der Tat die Produktivität der Mitarbeitenden und der Firmen», sagt Nappo. Mit dem Aufkommen von Smartphones hätten viele Mitarbeitenden sowieso über soziale Netzwerke während der Arbeitszeit kommuniziert – auch bei gesperrtem Computerzugang.

«Es ist sicher effizienter, wenn Informationen gleich über den Computer abgerufen werden können – vorausgesetzt, die Sicherheit des Unternehmens wird durch den Gebrauch von Social Media nicht beeinträchtigt.» Zudem zeige sich, dass der Zugang zu Social Media am Arbeitsplatz die Motivation der Arbeitnehmenden steigere. Auch in kritischen Bereichen, etwa bei Banken und Versicherungen, beobachtet der Experte einen Trend hin zu firmeneigenen sozialen Netzwerken.

Nutzen für Firmen unbestritten

Der Nutzen solcher Tools sei auch für die Firmen selbst unbestritten, so Nappo: «Die Kommunikation unter den Mitarbeitenden ist effizienter und es lassen sich rascher Informationen gewinnen, die für das Unternehmen wichtig sein können.» So sei es über Twitter oder Blogs relativ einfach, die Kundenzufriedenheit eines Unternehmens abzuschätzen und entsprechend darauf zu reagieren.

Für die Studie wurden insgesamt 9908 Unternehmensmitarbeiter in 32 Ländern, darunter auch in der Schweiz, befragt. Dabei handelt es sich um «Information Worker» – Leute, die in Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern tätig sind und PC, Laptop, Tablet oder Smartphone mindestens zu 75 Prozent in ihrem Arbeitsalltag nutzen. (egg)

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