12.02.2015 21:39

Gefährlicher als Werbung

Facebook steigert Lust auf Alkohol

Je häufiger User auf Facebook von Bier und Co. lesen, desto eher wünschen sie sich einen Drink. Ein Problem, weil so auch Kinder an Alkohol herangeführt werden.

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Sofern man die Regeln von Social-Media-Plattformen einhält, kann man dort posten, was man will. Punkto Alkohol kann das schwerwiegende Folgen haben.

Sofern man die Regeln von Social-Media-Plattformen einhält, kann man dort posten, was man will. Punkto Alkohol kann das schwerwiegende Folgen haben.

Keystone/Christian Beutler
Wer auf Facebook häufig auf Bilder oder Posts zum Thema Alkohol stösst, hat laut Forschern nicht nur mehr Lust auf Alkohol, ...

Wer auf Facebook häufig auf Bilder oder Posts zum Thema Alkohol stösst, hat laut Forschern nicht nur mehr Lust auf Alkohol, ...

Keystone/AP/Petr David Josek
... sondern trinkt in der Folge tatsächlich auch mehr.

... sondern trinkt in der Folge tatsächlich auch mehr.

Keystone/Martin Ruetschi

Wer Facebook nutzt, gibt viel von sich preis. Doch nicht nur das: Man läuft auch Gefahr, deutlich mehr zu trinken, als es sonst der Fall wäre – vorausgesetzt, die eigenen Kontakte sind Alkohol gegenüber nicht abgeneigt und posten regelmässig entsprechende Beiträge. Zu diesem Schluss kommen nun Forscher der Michigan State University.

Für die Studie zeigte das Team um Marketingexperte Saleem Alhabash den männlichen und weiblichen Teilnehmern drei verschiedene Facebook-Seiten, auf denen Alkohol mal mehr, mal weniger präsent war, und schauten, wie sich das Betrachten dieser auf das Bedürfnis der Probanden nach Alkohol auswirkte.

Likes sind ansteckend

Die Forscher stellten fest, dass nicht die Lust auf Alkohol, sondern auch der Konsum stieg, je mehr die Teilnehmer auf «alkohollastige» Beiträge reagierten, etwa durch liken, kommentieren oder teilen. Ob sie das taten, hing in der Studie stark davon ab, ob das schon jemand vor ihnen gemacht hatte, wie es im Fachjournal «Mass Communication and Society» heisst.

Alhabash zeigt sich ob des Ergebnisses besorgt, denn «Alkohol wird praktisch überall thematisiert». Das könne schwerwiegende Folgen haben, weil auf diese Weise Kinder überhaupt erst auf Alkohol aufmerksam würden. Sie zu schützen, sei schwierig, aber nicht unmöglich. Denn die Forscher fanden ebenfalls heraus, dass der Bier- und Alkohol-Durst immer dann weniger gross war, wenn irgendwo auf der Seite zum Verzicht auf Alkohol aufgerufen wurde.

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