Missbrauchtes Vertrauen - Facebook-Verkäufer zockt Freiburger mit Playstation 5 ab
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Missbrauchtes VertrauenFacebook-Verkäufer zockt Freiburger mit Playstation 5 ab

Auf Facebook entdeckte S. ein Inserat für eine Playstation 5. Nach einem längeren Chat mit dem Anbieter überwies er 500 Franken - die Konsole hat er bis heute nicht erhalten.

von
Christina Pirskanen
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Vor rund einem Monat entdeckte S. (28) aus Freiburg ein Inserat für eine Playstation 5 auf Facebook. Die Konsole ist vielerorts immer noch ausverkauft, die Freude des Freiburgers über das Angebot dadurch gross.

Vor rund einem Monat entdeckte S. (28) aus Freiburg ein Inserat für eine Playstation 5 auf Facebook. Die Konsole ist vielerorts immer noch ausverkauft, die Freude des Freiburgers über das Angebot dadurch gross.

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Der Anbieter verlangte 500 Franken für die beliebte Konsole, der Verkauf habe per Versand stattfinden sollen.   

Der Anbieter verlangte 500 Franken für die beliebte Konsole, der Verkauf habe per Versand stattfinden sollen.

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Der 28-Jährige blieb aber vorsichtig: er wollte eine Ausweiskopie des Anbieters sehen, um einem Betrug vorzubeugen. Ausserdem habe S. sogar per Videoanruf mit dem Inserenten telefoniert. «Es schien alles in Ordnung zu sein, ich ging nicht von einem Betrug aus», sagt der Freiburger.

Der 28-Jährige blieb aber vorsichtig: er wollte eine Ausweiskopie des Anbieters sehen, um einem Betrug vorzubeugen. Ausserdem habe S. sogar per Videoanruf mit dem Inserenten telefoniert. «Es schien alles in Ordnung zu sein, ich ging nicht von einem Betrug aus», sagt der Freiburger.

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Darum gehts

  • S. (28) wollte im Juli auf Facebook eine Playstation 5 kaufen.

  • Er habe sich anhand von Ausweiskopie und Videoanruf vergewissert, dass das Inserat legitim sei.

  • Per Twint überwies er dem Anbieter 500 Franken, die Playstation hat er aber bis heute nicht bekommen.

  • Der 28-Jährige hat bei der Polizei Anzeige erstattet.

Im Juli entdeckte S. (28) aus dem Kanton Freiburg auf Facebook ein Inserat für eine Playstation 5 - ein rares Fundstück, die Playstation ist vielerorts immer noch ausverkauft. Für die neuwertige Konsole verlangte der Anbieter 500 Franken.

Nach mehreren Sicherheitsprüfungen, wie dem gegenseitigen Zusenden von Ausweiskopien und einem Videoanruf sei sich S. sicher gewesen, wie er sagt: «Es schien alles in Ordnung zu sein, ich ging nicht von einem Betrug aus.» Sie hätten sich gut verstanden, so S.: «Wir wollten uns sogar persönlich kennenlernen und zusammen etwas trinken gehen.»

Immer wieder vertröstet

Der 28-Jährige habe kurz darauf das Geld via Twint überwiesen und dem Anbieter per Whatsapp einen Screenshot der Bezahlbestätigung geschickt. Dieser habe sich bedankt und versichert, dass er die Konsole am nächsten Tag versenden würde. Als S. aber am Tag darauf nachfragt, habe ihn der Facebook-Verkäufer vertröstet.

So ging es einige Tage weiter, eine Versandquittung schickte der Inserent auch nach mehrmaliger Nachfrage nicht. Entsprechende Chat-Screenshots liegen 20 Minuten vor. Als das Paket auch nach dem Wochenende nicht ankam, sei S. zur Post. Dort habe er nach einem Paket für ihn gefragt, doch da gab es keines.

Anzeige eingereicht

Auch der Inserent habe nicht mehr auf Nachrichten geantwortet, so S.: «Ich realisierte, dass ich es wohl mit einem Betrüger zu tun habe und verarscht wurde.» Der Freiburger erstattete daraufhin Anzeige an seinem Arbeitsort Bern.

Auf Anfrage von 20 Minuten bestreitet der Facebook-Inserent den Sachverhalt. Die Kantonspolizei Bern bestätigt den Eingang der Anzeige. «Diesbezüglich sind die Ermittlungen im Gang», sagt Mediensprecherin Isabelle Wüthrich.

Wie du dich schützen kannst

«Der Betrug auf Kleinanzeigen-Plattformen ist ein sehr bekanntes Phänomen», schreibt Isabelle Wüthrich, Mediensprecherin der Kantonspolizei Bern. «Mehr als die Hälfte aller registrierten Cyberbetrugsdelikte im 2020 im Kanton Bern können diesem Phänomen zugeordnet werden.»

Um sich vor Betrügern und Betrügerinnen zu schützen, sollte man die Ware erst bei Abholung bezahlen, empfiehlt die Berner Kantonspolizei. Nur kleinere Beträge sollten im Voraus bezahlt werden. Grössere Beträge sollen über ein Zwischenkonto bzw. Online-Treuhandkonto gezahlt werden. Opfer eines Betrugs sollen die entsprechende Plattform informieren und sich an die zuständige Polizei wenden.

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