Depression und Selbstzweifel - Facebook weiss, dass Instagram für Jugendliche ungesund ist 
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Depression und SelbstzweifelFacebook weiss, dass Instagram für Jugendliche ungesund ist

Ein neuer Bericht zeigt, dass es dem Unternehmen bewusst ist, wie schädlich Instagram für Teenager sein kann. Doch für das Problem gibt es keine einfache Lösung.

von
Dominique Zeier
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Instagram kann sich negativ auf Jugendliche auswirken – das hat Facebook herausgefunden.

Instagram kann sich negativ auf Jugendliche auswirken – das hat Facebook herausgefunden.

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Denn über Jahre hinweg hat das Unternehmen interne Studien zu diesem Thema durchgeführt. 

Denn über Jahre hinweg hat das Unternehmen interne Studien zu diesem Thema durchgeführt.

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Besonders gefährlich sei die Explore-Page.

Besonders gefährlich sei die Explore-Page.

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Darum gehts

  • 13 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer in Grossbritannien geben an, Instagram stecke hinter ihren suizidalen Gedanken.

  • Das zeigen interne Studien von Facebook, die das «Wall Street Journal» veröffentlicht hat.

  • Facebook habe mit der Studie versucht, die Komplexität der Probleme junger Personen zu ergründen.

  • Eine einfache Lösung gibt es nicht.

Über drei Jahre hinweg hat Facebook interne Studien erstellt, die untersuchen, welche Einflüsse Instagram auf seine Nutzerinnen und Nutzer – insbesondere auf die junge Zielgruppe – hat. Das «Wall Street Journal» hat diese Berichte nun publik gemacht. Dabei stellt sich raus: Facebook ist bewusst, dass Instagram insbesondere auf Mädchen im Teenager-Alter eine äusserst negative Wirkung haben kann.

In den Studien zeigt sich, dass rund 13 Prozent der Nutzerinnen und Nutzern in Grossbritannien und sechs Prozent in den USA ihre suizidalen Gedanken auf die Nutzung von Instagram zurückführen. Ausserdem zeigen sich rund ein Drittel aller befragten Mädchen mit ihrem Körper unzufrieden und geben an, dass Instagram dieses negative Selbstbild nur noch verschlimmere.

Junge Nutzerbasis wichtig für Facebook

Zwar sei es so, dass der Grossteil der Nutzerbasis von Instagram durch die Plattform nicht negativ beeinflusst werde, hält das Unternehmen fest. Laut dem Report haben Expertinnen und Experten Facebook aber immer wieder gewarnt, dass insbesondere die Explore-Page von Instagram für eine gewisse Anzahl Userinnen und User gefährlich werden kann. Denn dort werden einem nicht nur Posts von Profilen vorgeschlagen, denen man sowieso schon folgt, sondern gänzlich neue und auch solche, die man lieber nicht hätte sehen wollen.

Für Facebook stellt dies eine schwierige Situation dar, die bisher noch nicht ausreichend gelöst werden konnte. Denn die junge Nutzerbasis stellt für Facebook einen wichtigen Teil der Community dar. So sind laut cnbc.com mehr als 40 Prozent aller Instagram-Nutzerinnen und -Nutzer jünger als 23 Jahre alt.

«Weg vom Aussehen»

«Wir suchen nach Wegen, Nutzerinnen und Nutzer von bestimmten Themen wegzubringen, wenn sie immer und immer wieder eine gewisse Art an Posts anschauen», erklärt Karina Newton, Head of Public Policy bei Instagram. «Wir sind vorsichtig optimistisch, dass solche Anregungen helfen können, die Leute zu Inhalten zu bringen, die sie inspirieren und die ihnen ein gutes Gefühl geben und sich weniger auf den Teil von Instagram fokussieren, bei dem es hauptsächlich darum geht, wie die Leute aussehen.»

Eine weitere Art und Weise, wie Facebook mit diesem Problem umgehen möchte, ist, eine gänzlich neue Plattform für Kinder unter 13 Jahren zu schaffen. Diese sollen sie sicher nutzen können und nur altersgerechte Inhalte zu Gesicht bekommen. Aber auch dieser Vorschlag trifft nicht überall auf Anklang. So hat sich beispielsweise die US-Politikerin Lori Trahan geäussert: «Facebook sollte keine weitere soziale Plattform, die sich an unsere Kinder richtet, entwickeln, wenn sie nicht einmal ihr jetziges Haus in Ordnung halten können.»

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine psychische Erkrankung?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Verein Postpartale Depression, Tel. 044 720 25 55

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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