Nach Christchurch-Attentat: Facebook will Live-Schaltungen beschränken
Aktualisiert

Nach Christchurch-AttentatFacebook will Live-Schaltungen beschränken

Das soziale Netzwerk kündigt nach dem Massaker in Neuseeland Konsequenzen an: Für Live-Inhalte soll es klare Regeln geben.

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Setzt Systeme mit Künstlicher Intelligenz ein, um radikale Gruppen zu finden: Facebook. (29. März 2019)

Setzt Systeme mit Künstlicher Intelligenz ein, um radikale Gruppen zu finden: Facebook. (29. März 2019)

Carsten Rehder
«Rassismus existiert, aber er ist hier nicht willkommen»: die neuseeländische Regierungschefin Jacinda Ardern an der Gedenkfeier. (29. März 2019)

«Rassismus existiert, aber er ist hier nicht willkommen»: die neuseeländische Regierungschefin Jacinda Ardern an der Gedenkfeier. (29. März 2019)

AP/Mark Baker
Tausende Menschen nahmen am Freitag (Ortszeit) an der nationalen Gedenkfeier in einem Park in Christchurch teil.

Tausende Menschen nahmen am Freitag (Ortszeit) an der nationalen Gedenkfeier in einem Park in Christchurch teil.

AP/Mark Tantrum

Der US-Konzern Facebook will nach dem Massaker von Christchurch regeln, wer über seine Plattformen künftig Live-Inhalte ins Netz stellen darf. Die zuständige Chefin Sheryl Sandberg erklärte am Freitag (Ortszeit), Negativ-Kriterien könnten etwa frühere Verstösse sein.

Nach ihren Angaben setzt das soziale Netzwerk inzwischen Systeme mit Künstlicher Intelligenz ein, um radikale Gruppen etwa in Neuseeland und Australien zu finden und sie von den Plattformen zu verbannen.

Der mutmassliche Attentäter von Christchurch hatte Mitte März 50 Menschen bei Attacken auf Moscheen getötet und das Verbrechen live über Facebook gestreamt. Der amerikanische Konzern war daraufhin weltweit in Kritik geraten.

Australien droht mit Regulierung

Unterdessen plant Australien nach dem Anschlag auf die zwei Moscheen in Neuseeland schärfere Regeln für Soziale Netzwerke. In dem Vorschlag, den die Regierung in der kommenden Woche im Parlament vorlegen will, werden Haftstrafen von bis zu drei Jahren oder Strafzahlungen von bis zu zehn Prozent des Umsatzes angedroht, sollten Gewaltvideos und -fotos nicht schnell genug gelöscht werden. «Die grossen Sozialen Netzwerke stehen in der Verantwortung, alles zu tun, damit ihre Technologie nicht von Terroristen ausgenutzt wird», erklärte Ministerpräsident Scott Morrison.

Die australische Regierung habe sich in den vergangenen Tagen mit Vertretern von Facebook und anderen Internetkonzernen getroffen - das Ergebnis der Gespräche sei aber nicht zufriedenstellend gewesen. «Sie haben keine schnellen Lösungen auf die Fragen aufgezeigt, die der Horror von Christchurch aufgeworfen hat», sagte der zuständige australische Minister Mitch Fifield am Samstag in diesem Zusammenhang. (sda)

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