Änderung schon am Freitag? - Facebook will Politikern die Sonderbehandlung streichen
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Änderung schon am Freitag?Facebook will Politikern die Sonderbehandlung streichen

Die Social-Media-Plattform Facebook plant offenbar, Politikerinnen und Politikern künftig keine Sonderrechte mehr einzuräumen. Aktuell geniessen diese bei ihren Posts mehr Spielraum.

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Facebook will mehr Transparenz bei der Anwendung von Sonderregeln für Politikerinnen und Politiker schaffen.

Facebook will mehr Transparenz bei der Anwendung von Sonderregeln für Politikerinnen und Politiker schaffen.

Reuters
Sperrungen waren bisher sehr selten.

Sperrungen waren bisher sehr selten.

REUTERS
Das prominenteste «Opfer» war der abtretende US-Präsident Donald Trump.

Das prominenteste «Opfer» war der abtretende US-Präsident Donald Trump.

Facebook

Darum gehts

  • Gewählte Politikerinnen und Politiker genossen bisher mehr Freiheiten auf Facebook: Ihre Posts waren von User-Richtlinien des Netzwerks und Fact-Checking ausgenommen.

  • Künftig sollen gleiche Rechte für alle gelten.

  • Die Änderung dürfte auf die Art der Kommunikation auf Facebook Folgen haben.

Offenbar plant Facebook, die umstrittene Regelung zu kippen, gemäss derer Politikerinnen und Politiker als Personen des öffentlichen Interesses bislang von den internen Richtlinien der Inhaltsmoderation ausgenommen sind, berichtet das US-Technikportal «The Verge».

Diese Massnahme sei eine Folge der Empfehlung der unabhängigen, von Facebook finanzierten Gruppe Oversight Board, heisst es im Bericht weiter. Zuvor hatte das Board den Entscheid zur Sperrung des Accounts des früheren US-Präsidenten Donald Trump von Anfang Januar bestätigt, gleichzeitig aber die Sonderbehandlung für Politikerinnen und Politiker kritisiert: Bisher durften diese auch Beiträge posten, die offensichtliche Unwahrheiten enthalten. Es wird erwartet, dass sich Facebook noch heute Freitag offiziell zum Thema äussert.

Ebenso soll Facebook Einblicke in seine bislang weitgehend geheime Praxis gewähren, die bei der Prüfung von umstrittenen Beiträgen respektive den folgenden Sanktionen zur Anwendung kommt. Userinnen und User sollen erfahren, wenn einer ihrer Posts die Facebook-Regeln verletzt oder gar eine Sperre bevorsteht.

Neue Praxis dürfte Folgen haben

Bisher pflegte Facebook das Credo, die Aussagen gewählter Politikerinnen und Politiker als von besonderem Interesse zu taxieren. Man wollte diese nicht zensieren, solange sie keine illegalen Inhalte transportierten oder etwa explizit zu Gewalt aufriefen, und führt eine entsprechende – geheim gehaltene – Liste von Personen, die unter diese Sonderregelung fallen. Die Abschaffung dieser Sonderregel wird folglich als grössere Umwälzung eingeschätzt, die das Social-Media-Kommunikationsverhalten vieler Volksvertreterinnen und -vertreter verändern dürfte.

Es soll zwar weiterhin Ausnahmen geben, wenn Politikerinnen und Politiker unwahre Aussagen machen, diese sollen aber öffentlich als solche kenntlich gemacht werden.

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(trx)

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