Aktualisiert 12.05.2012 23:40

Wichtige MeldungenFacebook will uns ans Portemonnaie

Vor dem Börsengang versucht es Facebook erstmals mit einem Bezahlservice. Wer bereit ist ein oder zwei Dollar hinzublättern, kann seine Nachricht farblich hervorheben. Damit sie auch ja alle sehen.

von
uwb
So sieht die neue Highlight-Funktion auf Facebook laut stuff.co.nzz aus

So sieht die neue Highlight-Funktion auf Facebook laut stuff.co.nzz aus

Mehr Aufmerksamkeit gegen Geld: Vielfach gehen Facebook-Meldungen oder Statusmeldungen in der Masse der Mitteilungen einfach unter. Diesem Mangel will Facebook nun einen Riegel schieben, wie stuff.co.nz berichtet: «Facebook prüft, seinen Mitgliedern für zwei Dollar einen neuen Service anzubieten, mit dem diese ihre Mitteilungen highlighten können, damit sie auf dem Netz besser sichtbar werden».

Der Test läuft in in einer Region in Australien. Facebook-User hätten das Angebot zuerst für einen Betrugsversuch gehalten, schreibt das Magazin Stuff. Eine Sprecherin von Facebook bestätigte jedoch, dass es sich bei dem Angebot um ein neues Feature handle, das derzeit getestet werde. Man experimentiere mit verschiedenen Methoden für den neuen Service. Will heissen: Facebook versucht herauszufinden, wieviel die User bereit zu zahlen sind.

Facebook muss Kohle machen

Wie BBC Online berichtet, sind Experten überzeugt, dass wegen des geplanten Börsengangs in nächster Zeit noch viele derartige neue Features auf Facebook auftauchen werden. Facebook müsse dringend Geld verdienen - oder zumindest andeuten, dass es im Notfall aus den über 900 Millionen aktiven Nutzern Kapital schlagen könne, analysiert Techcrunch.com.

5 Minutes, der Wirtschaftstalk (11.05.2012)

Derzeit nehmen durchschnittlich nur gerade 12 Prozent aller Freunde einen normalen Facebook-Eintrag zur Kenntnis. Mit der Highlight-Funktion könnte sich dies massiv ändern. Allerdings erwarten die Nutzer von Facebook bereits heute - und ohne zu bezahlen - dass die wichtigsten Nachrichten, Statusänderungen oder Bild-Uploads möglichst viele Freunde erreichen. Der Bezahldienst könne so als nutzerfeindlicher Angriff verstanden werden. Ganz schlimm wäre es zudem, wenn sich einzelne Facebook-User gar eine Platzierung in fremden Chroniken erkaufen könnten, schreibt Spiegel Online. Das ermuntere alle Newsfeed-Spammer zu noch mehr Aktivitäten.

Gerüchte zum Börsengang

An den Märkten wird derweil heftig über den Börsengang von Facebook spekuliert. So berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg von einer schwachen Nachfrage bei grossen Investoren. Das Gegenteil behauptet der amerikanische Fernsehsender CNBC. Die Nachfrage nach Facebook-Aktien sei so hoch, dass Facebook sogar die Preisspanne anheben könnte.

Auch die Nachfrage der institutionellen Investoren wie Fonds und Anlagefirmen sei gut, behaupten die CNBC-Quellen. Facebook rechne damit, dass nur die üblichen 10 bis 20 Prozent der platzierten Aktien an Kleinanleger gehen würden. Bloomberg hatte berichtet, das Online-Netzwerk könnte die fehlende Nachfrage seitens der grossen Investoren mit Hilfe privater Anleger ausgleichen.

Mitbegründer will Steuern sparen

Einer der Mitbegründer von Facebook hat mittlerweile seine US-Staatsbürgerschaft aufgegeben. Dem in Singapur lebenden, gebürtigen Brasilianer Eduardo Savarin, sollen zwei bis vier Prozent von Facebook gehören, was rund 3,4 Milliarden Dollar entsprechen könnte.

Ein Sprecher des Facebook-Mitgründers sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg, der 30-Jährige habe die US-Staatsbürgerschaft abgelegt, weil er «auf unbestimmte Zeit» in Singapur bleiben wolle. Saverin liess sich demnach bereits im vergangenen September ausbürgern, schreibt Welt Online.

Das für kommenden Freitag geplante Debüt von Facebook an der Wall Street ist der grösste Börsengang in der Geschichte der Technologie-Branche, bei Ausgabe der Aktien wird das soziale Netzwerk etwa 90 Milliarden Dollar (69 Milliarden Euro) wert sein.

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