Fachhochschulen stehen auf die Kostenbremse
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Fachhochschulen stehen auf die Kostenbremse

Die Fachhochschulen stehen angesichts eines drohenden Finanzlochs von einer halben Milliarde Franken auf die Kostenbremse.

Mit einem von Bund und Kantonen beschlossenen Masterplan sollen nun die Kosten pro Student gesenkt und 450 Millionen Franken gespart werden. Die Studiengebühren steigen teilweise um bis zu 300 Franken.

Mit ihrem Masterplan wollen Bund und Kantone sicherstellen, dass die Kosten trotz der wachsenden Beliebtheit der Fachhochschulen nicht ins Unermessliche steigen. Bei einer ungebremsten Entwicklung würde bald ein Finanzierungsloch von einer halben Milliarde Franken klaffen, wie die kantonalen Erziehungsdirektoren und das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie am Donnerstag an einer Medienkonferenz darlegten. Hauptgründe dafür sind steigende Studentenzahlen, die Einführung der zweistufigen Master- und Bachelorstudiengänge und nötige Verbesserungen bei der Forschung. Mit dem Masterplan wird der Fehlbetrag nun auf 50 Millionen Franken beschränkt, indem rund 450 Millionen Franken erspart werden.

Der Spardruck fordert dabei auch von den Studenten ein Opfer. Die Studiengebühren werden jenen der Universitäten angepasst und teilweise um 200 bis 300 Franken erhöht. Damit soll ein Studienjahr an einer Fachhochschule künftig zwischen 1.300 und 1.600 Franken kosten. Für die Fachhochschulen ergeben sich dadurch Einsparungen von 26 Millionen Franken. Ab 2007 wird die öffentliche Hand zudem für die Weiterbildung an Fachhochschulen keine Subventionen mehr gewähren. Die Kurse müssen dann kostendeckend angeboten werden, was wiederum Einsparungen von 53 Millionen Franken bringt. Dienstleistungen für Dritte sollen ab sofort nur noch zu vollen Kosten angeboten werden.

Weiter haben sich Bund und Kantone zudem auf einen Durchschnittskostensatz pro Student geeinigt, der künftig als Richtschnur für die öffentlichen Subventionsbeiträge gelten wird. Demnach darf ein Student der Studiengänge Technik, Wirtschaft oder Gestaltung künftig pro Jahr im Schnitt 36.600 Franken kosten. Bei den neuen Studiengängen in Gesundheit, sozialer Arbeit und Kunst sind es 29.000 Franken. Durch die Festlegung dieser Eckwerte werden die Fachhochschulen zu mehr Effizienz gezwungen. Mögliche Massnahmen seien eine bessere Auslastung der Infrastruktur oder die Führung von Studierendenverbänden statt von fixen Klassen. Insgesamt werden dadurch 276 Millionen Franken eingespart.

Die Qualität der Ausbildung bleibt laut den Erziehungsdirektoren trotz des Masterplans hoch und auch die Forschungsaktivitäten können noch ausgebaut werden. Dafür sind 168 Millionen Franken vorgesehen. In der Periode 2004 bis 2007 haben die Kantone in ihren Finanzplänen 4,47 Milliarden Franken eingestellt. Der Bund zahlt zudem 1,13 Milliarden Franken. (dapd)

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