Whistleblower-Bestimmung: Fachleute sind skeptisch
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Whistleblower-BestimmungFachleute sind skeptisch

Zwei Mitarbeiter des St. Galler Konkursamtes meldeten Missstände – und verloren ihren Job. Nun will der Kanton eine Anlaufstelle für Whistle­blower schaffen. Fachleute sind skeptisch.

von
eli

Der Fall beschäftigt die Justiz seit Monaten: Zwei Mitarbeiter des kantonalen Konkursamtes verloren ihre Stelle, nachdem sie ihre Vorgesetzten auf Missstände aufmerksam gemacht hatten. Sie hatten ihre Kritik intern angebracht und sahen sich daraufhin einem massiven Mobbing ausgesetzt. Geht es nach der St. Galler Regierung, sollen Kantonsangestellte, die Missstände melden wollen, schon bald eine neue Meldestelle vorfinden: Als erster Kanton hat St. Gallen im neuen Personalgesetz, das im kommenden Juni in Kraft tritt, eine Whistleblowing-Bestimmung aufgenommen.

Die Verordnung, wie das Meldeverfahren ausgestaltet und wo die Meldestelle angesiedelt wird, soll noch im Dezember von der Regierung erlassen werden. Gemäss Informationen von 20 Minuten soll den Whistleblowern dabei zwar Vertraulichkeit, aber keine Anonymität zugesichert werden. Für die Zürcher Whistleblowing-Fachfrau Zora Ledergerber ist dies der Knackpunkt: «Eine solche Stelle macht nur dann Sinn, wenn allfälligen Informanten der höchstmögliche Schutz gewährt wird.» Ideal sei eine entsprechende Website, auf der rund um die Uhr Meldung erstattet werden könne. Denn: «Im Büro getrauen sich die Leute dazu nicht.» (eli/20 Minuten)

«Eine solche Stelle macht nur Sinn, wenn den Informanten der höchstmögliche Schutz gewährt wird.»

Zora Ledergerber , Fachfrau für Whistleblowing.

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