Aktualisiert 28.02.2014 13:11

Berner Sexgewerbe

Fachstelle für Sexarbeit wird 30-jährig

Die Frauen vom Xenia haben seit 1984 ein offenes Ohr. Sie beraten Prostituierte und Sexgewerbe-Betreiber.

von
Alexandra Graber
(V.l.n.r.) Martha Wigger, Claudia Allemann und Myriam Stucki von der Fachstelle.

(V.l.n.r.) Martha Wigger, Claudia Allemann und Myriam Stucki von der Fachstelle.

Doppelt so viele Prostituierte seit den Neunzigerjahren: Das Sexgewerbe hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. In Bern kümmert sich seit 30 Jahren die Fachstelle Xenia um diese Frauen. Sie kämpft um die gesellschaftliche Akzeptanz der Frauen und versucht, die Öffentlichkeit für ihre Bedürfnisse zu sensibilisieren. «In den Achtzigerjahren waren alle Beraterinnen sowie die meisten Sexarbeiterinnen Schweizerinnen, heute ist das nicht mehr so», sagt Martha Wigger, Leiterin der Fachstelle. Über die Jahre habe sich ein Multikulti-Team unter den Beraterinnen zusammengefunden – um einen guten Kontakt zu den Prostituierten aufzubauen, denn viele unter ihnen sprechen kaum Deutsch.

Viel Bürokratie

Ein Wandel passierte vor allem seit den Neunzigerjahren: Die Zahl der Berner Prostituierten stieg von 500 auf 1000 Frauen, und wegen wirtschaftlicher Krisen kamen in letzter Zeit auch vermehrt Frauen aus Südeuropa auf den Berner Strich. Heute haben die Sexarbeiterinnen oft mit Bürokratie zu kämpfen. Ausserdem spitzen politische Debatten um Bewilligungspflichten, Prostitutionsverbot und Freier-Bestrafung die Lage zu. Doch Wigger zeigt sich zuversichtlich: «Ich bin sicher, dass sich ein Prostitutionsverbot in der Schweiz nicht durchsetzen wird.»

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