Fackel-Farce: IOC prüft Abbruch
Aktualisiert

Fackel-Farce: IOC prüft Abbruch

Die heftigen Proteste während des olympischen Fackellaufs in London und Paris zeigen Wirkung. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) schliesst einen Abbruch des internationalen Teils nicht mehr aus. «Das ist sicher etwas, das im Exekutivrat besprochen wird», sagte IOC-Präsident Jacques Rogge.

Zum jetzigen Zeitpunkt sei noch nichts beschlossen. Er wolle auch nicht spekulieren, in welche Richtung eine Entscheidung gehen werde, so Rogge weiter. Er sei «tief betrübt» über die gewaltsamen Proteste in London und Paris, sagte der belgische IOC-Chef. Weitere Probleme werden morgen in San Francisco erwartet. Danach soll die Fackel noch nach Buenos Aires und in ein Dutzend weitere Länder reisen, bevor sie am 4. Mai nach China kommt.

Das australische IOC-Mitglied Kevan Gosper erklärte, er sei schon immer gegen den internationalen Teil des Fackellaufs gewesen, der erst mit den Olympischen Spielen in Sydney 2000 eingeführt worden sei. Für dieses Jahr wurden 21 Städte ausserhalb Chinas ausgewählt. Man habe China vorab darauf hingewiesen, dass London, Paris und San Francisco Orte mit einem gewissen Risiko seien, sagte Gosper. Das israelische IOC-Mitglied Alex Gilady erklärte, es sei schon vorher überlegt worden, den internationalen Teil des Fackellaufs wieder zu streichen.

Der Sprecher des Pekinger Organisationskomitees, Sun Weide, bekräftigte hingegen, der Fackellauf werde weiter geführt. «Keine Kraft» könne ihn stoppen. «Der Fackellauf wird seine Reise mit der Unterstützung von Menschen in der ganzen Welt fortsetzen.»

(pbl/ap/da)

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