Aktualisiert 27.01.2011 21:02

Prozess in BaselFährmann schlug Schwimmer mit einem Glas

Fährmann Jacques Thurneysen hat im Juli einen Rheinschwimmer gewaltsam von seiner Fähre entfernt. Am Freitag beginnt am Strafgericht der Prozess gegen ihn.

von
Lukas Hausendorf
Der Fährmann Jacques Thurneysen ist unter anderem wegen Körperverletzung angeklagt. (lha)

Der Fährmann Jacques Thurneysen ist unter anderem wegen Körperverletzung angeklagt. (lha)

M.R.* war am 28. Juli mit seinem Kollegen im Rhein schwimmen. Sie hatten vor, sich an der Münsterfähre festzuhalten und ziehen zu lassen. Fährmann Jacques Thurneysen erkannte die Absicht der beiden und wollte dies verhindern, indem er die Fähre stoppte. «Das ist verboten, es gibt klare Regeln für die Rheinschwimmer», stellt er klar. Dennoch schafften es die beiden, das Boot zu erreichen und sich daran festzuklammern. Thurneysen ergriff in der Folge einen gläsernen Bierhumpen und schlug dem Opfer ohne Vorwarnung mehrmals auf die Finger. Dabei löste sich der Boden des Krugs, wodurch M.R. tiefe Schnittwunden erlitt und mehrere Sehnen durchtrennt wurden. Auf dem Rücken schwimmend, mit den Händen in der Luft, konnte er sich mit seinem Kollegen ans Ufer retten. Im Unispital musste er ­sogleich notoperiert werden und war in der Folge mehrere ­Monate arbeitsunfähig.

Am Freitag beginnt am Strafgericht der Prozess gegen Thurneysen. Ihm tut seine Tat leid. «Ich wollte ihn nicht verletzen, aber jetzt kann ich es auch nicht mehr rückgängig machen», sagt er. Die Anklage beantragt wegen einfacher Körperverletzung, Nötigung und unterlassener Nothilfe eine bedingte Freiheitsstrafe von acht Monaten.

*Name der Redaktion bekannt

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