Aktualisiert 16.02.2004 12:43

Fährunglück: 100 Menschen evakuiert

Nach dem Zusammenstoss zweier Schiffe vor der südwestschwedischen Küste sind mehr als 100 Menschen von einer Fähre evakuiert worden.

Die Passagiere und Besatzungsmitglieder der «Stena Nautica» wurden nach Angaben der Düsseldorfer Agentur Alavia von der «Stena Germanica» aufgenommen, die auf der Route Kiel-Göteborg verkehrt. Nach Angaben von Sprecher Dirk Dembski ereignete sich das Unglück um 04.40 Uhr zehn Seemeilen (18 Kilometer) vor dem Zielhafen der «Stena Nautica», Varberg in Schweden.

Ein Frachter sei der «Nautica» in die Seite gefahren und habe den Maschinenraum getroffen, sagte Dembski. Danach sei die «Stena Nautica» manövrierunfähig gewesen. In der Nähe befand sich die «Stena Germanica», die am Sonntag um 19.30 Uhr in Kiel mit Ziel Göteborg ausgelaufen war. «Es gab keine Verletzten, die 'Germanica' übernahm die Passagiere, sie werden nach Göteborg gebracht», sagte Dembski. Alavia arbeitet für die schwedische Stena Line, die einen Passagier-Fährdienst von Kiel nach Göteborg in Schweden sowie mehrere Frachtlinien unterhält.

Die «Nautica» wurde in den Hafen von Varberg, 475 Kilometer südwestlich von Stockholm, geschleppt, wie die Hafenbehörden mitteilten. An Bord befanden sich 91 zumeist dänische Passagiere und 37 Besatzungsmitglieder. Bei dem anderen Schiff habe es sich um den auf St. Vincent registrierten Frachter «Joanna» gehandelt. An ihm entstand nur geringer Sachschaden, er wurde ebenfalls sicher in den Hafen geschleppt.

Die Ursache der Kollision war zunächst nicht bekannt. Der Unfall ereignete sich bei ruhiger See, es herrschte jedoch dichter Nebel. Der dänische Passagier Michael Knudsen sagte, er sei von einem lauten Geräusch geweckt worden. «Plötzlich war der Strom weg, und die Sirenen gingen an», sagte er im dänischen Rundfunk. Der Zusammenstoss riss ein elf Meter grosses Loch in den Schiffsrumpf. Als die «Nautica» den Hafen erreichte, hatte sich der Maschinenraum bereits mit Wasser gefüllt, wie ein Sprecher der Seerettung, Magnus Gustafsson, mitteilte. An Bord befanden sich noch sieben Pferde und 53 Lastwagen. (dapd)

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