28.07.2016 18:40

NationalfeiertagFällt der 1. August ins Wasser?

Vor dem Nationalfeiertag am Montag zieht eine Kaltfront über die Schweiz. Dennoch wird viel Feuerwerk in die Luft gejagt – das ist nicht ungefährlich.

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Wolkenlos wird der Himmel am 1. August bestimmt nicht sein. (KEYSTONE/Arno Balzarini)

Wolkenlos wird der Himmel am 1. August bestimmt nicht sein. (KEYSTONE/Arno Balzarini)

Keystone/Arno Balzarini
Viele Menschen halten den Sicherheitsabstand beim Abbrennen von Feuerwerk nicht ein.

Viele Menschen halten den Sicherheitsabstand beim Abbrennen von Feuerwerk nicht ein.

Keystone/Ennio Leanza
Raketen sollten nur mit einer geeigneten Abschussvorrichtung abgefeuert und nicht in den Boden gesteckt werden.

Raketen sollten nur mit einer geeigneten Abschussvorrichtung abgefeuert und nicht in den Boden gesteckt werden.

Keystone/Ennio Leanza

Viele Schweizerinnen und Schweizer decken sich bereits fleissig mit Feuerwerk ein, um am Nationalfeiertag am 1. August mit Raketen und Böllern den Himmel zu erleuchten. Allerdings stehen die Prognosen für trockenes Wetter am Abend noch auf wackeligen Beinen.

Ist es Sonntag noch schwülwarm, zieht in der Nacht zum Montag eine Kaltfront mit kühlerer Luft über die Schweiz. Bereits in ihrem Vorfeld kommt es am Sonntag zu gewittrigen Schauern beidseits der Alpen, wie die Meteorologin Sharon Satz sagt. «Und am Montag sorgt die Front für sehr wechselhaftes Wetter.»

Temperaturen spielen mit

Das heisst, dass am Nationalfeiertag ein Mix aus Sonne, Wolken und einigen Schauern das Flachland bestimmt. «Es sieht zwar danach aus, dass es am Abend abtrocknet, da und dort dürfte es aber trotzdem noch zu einem Regenguss kommen», sagt Satz.

Die Temperaturen erreichen auf der Alpennordseite am Montag Höchstwerte von 20 bis 25 Grad. Nach Sonnenuntergang bleibt es mit 15 bis 18 Grad im Norden angenehm zum Feiern. Da es in den letzten Tagen und Wochen immer wieder mal Niederschläge gab, ist die Waldbrand praktisch überall gering – im Wallis wird die Gefahrenstufe an einigen Orten mit mittel angegeben.

Männer verletzen sich häufiger

«Feuerwerkler» dürfen also vorsichtig optimistisch sein. Aber aufgepasst: Zwischen 2010 und 2014 ereigneten sich rund 1250 Unfälle durch Feuerwerk – 250 pro Jahr, teilt die Suva mit. Darunter waren fünf Unfälle mit schwerwiegenden Folgen und zwei, die sogar tödlich endeten.

Die Altersgruppe, die sich am häufigsten verletzte, waren die 20- bis 30-Jährigen. Ausserdem: Mit fast 85 Prozent verunfallen Männer viel häufiger als Frauen mit 15 Prozent. Die meisten zogen sich Verbrennungen an den Händen zu. Danach folgen die Beine, mehr als ein Viertel zog sich eine Gehörverletzung zu.

«Leute, die Raketen in den Boden stecken»

Stefan Sommer, CEO von Hamberger Swiss Pyrotechnics, sagt: «Es gibt immer noch Leute, die zum Beispiel Raketen beim Abfeuern in Giesskannen stellen, an einen Zaun binden oder sie in den Boden stecken.» Man sollte Feuerwerk nur vorschriftsgemäss abfeuern und den Sicherheitsabstand einhalten.

Am beliebtesten seien dieses Jahr Leucht-Batterien. Das sind Kartons, die einmal angezündet, zwischen einer halben Minute und einer Minute aufeinander abgestimmte Raketen und Böller in die Luft jagen.

Hunde sollten nicht getröstet werden

Während die meisten Menschen gelassen der Knallerei entgegenblicken, leiden viele Tiere darunter. So teilt die Schweizerische Gesellschaft für Vogelkunde und Vogelschutz mit, dass Grossfeuerwerke Wasservogel verscheuchen und vor allem brütende Tiere beeinträchtigen.

Auch Haustiere wie Hunde und Katzen reagieren mit grosser Angst oder sogar panisch auf Feuerwerke. Vor allem Hunde suchen bei ihren Besitzern Schutz. Doch ängstliche Hunde sollten nicht getröstet werden, empfiehlt Lucia Oeschger, Kampagnenleiterin von Vier Pfoten Schweiz. «Sie fühlen sich dadurch in ihrer Unsicherheit bestärkt. Am besten bleibt der Hundehalter ruhig und gelassen und ignoriert das furchtsame Verhalten seines Tieres weitestgehend.»

Sie empfiehlt weiter, dass Freigänger-Katzen an diesem Tag nicht nach draussen gelassen werden, damit sie nicht in Panik weglaufen. Weiter können Tierbesitzer den Raum abdunkeln und den Tieren eine Rückzugsmöglichkeit geben. Auch besondere Leckerlis können dem Hund gegeben werden, damit ihm vermittelt wird, dass der Lärm etwas Positives mit sich bringt.

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