Unkontrollierter Wiedereintritt - Chinesische Rakete dürfte die Schweiz verfehlen
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Unkontrollierter WiedereintrittChinesische Rakete dürfte die Schweiz verfehlen

Vor wenigen Tagen startete China erfolgreich eine Rakete. Nun könnten Teile davon wieder zurück auf die Erde fallen – auch auf die Schweiz.

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Teile einer chinesischen Rakete könnten unkontrolliert auf die Erde stürzen.

Teile einer chinesischen Rakete könnten unkontrolliert auf die Erde stürzen.

AFP
Das sogenannte Core Stage der Rakete treibt offenbar unkontrolliert im Orbit.

Das sogenannte Core Stage der Rakete treibt offenbar unkontrolliert im Orbit.

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In China wurde der erfolgreiche Launch mit einer grossen Zeremonie gefeiert.

In China wurde der erfolgreiche Launch mit einer grossen Zeremonie gefeiert.

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Darum gehts

  • Teile einer chinesischen Rakete treiben offenbar unkontrolliert durch den Orbit.

  • Es wird befürchtet, dass sie über bewohnten Gebiet niedergehen könnten.

  • Auch die Schweiz liegt im Radius.

Am vergangenen Mittwoch hat China vom Raumfahrtbahnhof Wenchang auf der südchinesischen Insel Hainan den ersten Teil einer Raumstation ins Weltall geschickt. Der erfolgreiche Start der Long March 5B-Rakete war ein Meilenstein für das chinesische Weltraumprojekt und wurde im chinesischen Staatsfernsehen mit einer grossen Zeremonie gefeiert.

Jetzt könnten Teile der Transportrakete aber unkontrolliert auf die Erde fallen. Wie das Portal «Spacenews» schreibt, ist das sogenannte Core Stage der Rakete – also ein Teil des Triebwerks – nach dem erfolgreichen Launch nicht an einer vordefinierten Stelle gelandet, sondern treibt auf einer Höhe von 372 Kilometern über dem Boden mit hoher Geschwindigkeit im Orbit.

Es sei deshalb anzunehmen, dass die chinesische Weltraumbehörde plane, das tonnenschwere Element in den nächsten Tagen einfach irgendwo abstürzen zu lassen, schreiben die Weltraumexperten. Informationen von chinesischer Seite liegen dazu derzeit aber nicht vor.

Teile könnten einschlagen

«Ein unkontrollierter Absturz ist nach heutigen Standards inakzeptabel», sagt der Astronom Jonathan McDowell. Seit den 1990er-Jahren habe niemand mehr bewusst Objekte dieser Grösse auf die Erde fallen lassen, ohne einen Absturzort zu definieren. Normalerweise würden Staaten oder Unternehmen detaillierte Pläne vorlegen, wenn sie grosse Objekte in den Orbit schicken. China habe das bisher nicht getan.

Zwar sei es sehr gut möglich, dass die gesamten Überbleibsel beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglühen würden, wie das ohnehin regelmässig geschehe. Es könne aber auch sein, dass Trümmerstücke die Hitze überstehen und wieder in die Erde einschlagen würden – insbesondere da es sich um ein sehr grosses Objekt handle und weil hitzeresistente Teile verbaut sein könnten.

Schweiz nicht im Risikogebiet

Sollte es solche Stücke geben, wäre die Chance wiederum gross, dass sie in ein Meer fallen würden. Der grösste Teil der Erde ist bekanntlich mit Wasser bedeckt. Es gibt aber auch ein gewisses Risiko, dass die Trümmerteile über bewohnte Gebiete abstürzen könnten. Bereits im Mai 2020 sind Teile eines chinesischen Prototyps über der Elfenbeinküste niedergegangen.

Die Schweiz liegt aber nicht im betroffenen Gebiet: Das unkontrollierte Element driftet derzeit über ein Gebiet, das «etwas weiter nördlich als New York, Madrid und Peking» anfange und sich bis ins südliche Chile ausdehne, sagt McDowell. Konkreter erstreckt sich das Gebiet zwischen dem 41. nördlichen Breitengrad und dem 41. Grad südlicher Breite.

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(nsa)

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