Aktualisiert 17.03.2004 15:23

Fagan will gegen die UBS klagen

Der US-Anwalt Ed Fagan will im Namen der Holocaust-Opfer gegen die UBS klagen.

Er habe die Unterstützung der wichtigsten Opferverbände gewinnen können, sagte Fagan an einer Medienkonferenz am Mittwoch in Zürich. Auch Ex-Wachmann Christoph Meili werde gegen die UBS als Zeuge auftreten.

Bei einer eben abgeschlossenen Israel-Reise sei er auf grosse Unterstützung für seine vor Wochenfrist in New York eingereichte Klage über 35 Milliarden Dollar gegen die UBS gestossen, sagte Fagan. Der bekannte Sammelkläger, der bei seinem Auftritt in Zürich von einer Angehörigen von Holocaust-Opfern begleitet wurde, präsentierte eine notariell beglaubigte Erklärung von Christoph Meili vom 2. Februar.

Darin schreibt der Ex-Wachmann, dass er bei seinen Erkundungen am Hauptsitz der UBS-Vorgängerin SBG auch auf Geschäftsbücher aus den Jahren 1945 bis 1967 gestossen sei. «Ich habe eines der Bücher aufgeschlagen und sah Eintragungen ab Februar 1945. Viele deutsche Chemiefirmen», schreibt Meili. Er habe festgestellt, dass bei der SGB «Unterlagen vernichtet werden sollten, die aus einem Zeitraum stammen, aus dem die betreffenden Akten nicht vernichtet werden dürfen». An der Generalversammlung (GV) vom 15. April werde er seine Sache aber vor den UBS-Aktionären vertreten, sagte Fagan. Auch Meili werde mit von der Partie sein.

«Wer im Aktienregister eingetragen ist, ist zur Teilnahme an der GV berechtigt», sagte UBS-Sprecher Christoph Meier auf Anfrage. Am Standpunkt der UBS habe sich nichts geändert: Die UBS sehe keinerlei Grundlage, um irgendwelche Forderungen gegen sie zu stellen. Gegen die Klage werde man sich mit allen Mitteln zur Wehr setzen.

Bei der Klage geht es um das Vermögen der 1967 mit der SBG fusionierten Beteiligungsgesellschaft Interhandel. Diese war Ende der 1920-er Jahre vom deutschen Chemiekonzern IG Farben als IG Chemie gegründet, 1940 aber abgespalten worden. Die US-Vermögen der Schweizer Firma wurden während des Zweiten Weltkrieges von den USA beschlagnahmt und erst 1965 teilweise wieder freigegeben. Gut 120 Millionen Dollar flossen an die Interhandel, 200 Millionen Dollar blieben in amerikanischem Staatsbesitz. Am kommenden Freitag werde er auch eine Klage gegen die US-Regierung einreichen, sagte Fagan. (dapd)

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