Aktualisiert 03.05.2006 10:34

Fahren mit vereister Windschutzscheibe = Führerausweis weg

Wer mit einer ungenügend enteisten Windschutzscheibe fährt, riskiert den Entzug des Führerausweises. Das Bundesgericht hat die Beschwerde eines jurassischen Autolenkers abgewiesen.

Der TCS-Patrouilleur war im Januar 2005 nachts um Viertel vor Eins von zu Hause weggefahren. Auf der vereisten Windschutzscheibe hatte er sich auf Augenhöhe ein Guckloch von 20 mal 30 Zentimeter ausgekratzt. Erst als ihm nach kurzer Fahrt ein Polizeiwagen entgegen gekommen war, hielt er zum vollständigen Enteisen an.

Die jurassischen Behörden werteten sein Verhalten als mittelschwere Verletzung der Verkehrsregeln und entzogen ihm den Fahrausweis für einen Monat. Vor Bundesgericht verlangte der Betroffene, dass nur eine Verwarnung auszusprechen sei. Die Lausanner Richter haben seine Beschwerde nun aber abgewiesen.

Nach Ansicht des Bundesgerichts hat er den Verkehr in erhöhter Weise gefährdet. Wer mit nur teilweise gereinigter Frontscheibe und zudem in der Nacht unterwegs sei, könne Strassenschilder und andere Verkehrsteilnehmer nicht mehr richtig wahrnehmen. Vor allem Velofahrer und Fussgänger seien nur schlecht erkennbar.

Insgesamt könne der begangene Fehler keinesfalls mehr nur als leicht eingestuft werden. Auch dem Betroffenen habe die Gefährlichkeit seines Verhaltens nicht entgehen können, selbst wenn er auf einer nur wenig befahrenen Strasse unterwegs gewesen sei. (Urteil 6A.16/2006 vom 6. April 2006; keine BGE-Publikation)

(sda)

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