Aktualisiert 23.07.2018 18:03

Wagen SGFahrende drohten Polizei mit Massenschlägerei

Am Samstag feierten Fahrende in Wagen SG ausgelassen eine Hochzeit. Damit sorgten sie bei Anwohnern erneut für Ärger. Nun sind sie weg und haben eine Sauerei hinterlassen.

von
lad
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Seit einigen Wochen gastieren Fahrende auf einem privaten Grundstück an der Rickenstrasse mit mehreren Wohnwagen und sorgten seither mit ihrem Verhalten immer wieder für Aufregung. Auch die Hochzeit, die sie am Samstagabend feierten...

Seit einigen Wochen gastieren Fahrende auf einem privaten Grundstück an der Rickenstrasse mit mehreren Wohnwagen und sorgten seither mit ihrem Verhalten immer wieder für Aufregung. Auch die Hochzeit, die sie am Samstagabend feierten...

Kapo SG
... führte zu grossem Ärger bei den Anwohnern.

... führte zu grossem Ärger bei den Anwohnern.

Kapo SG

Trotz strikter Auflagen, die den Fahrenden in Wagen SG am vergangenen Mittwoch von der Polizei bei einer gezielten Kontrolle auferlegt worden waren, sorgten sie weiterhin für Ärger. Bereits am Vorabend waren die Beamten vor Ort aufgetaucht.

Am Montagmorgen um 8 Uhr hätten die Fahrenden, die seit mehreren Wochen auf der Wiese gastiert hatten, vor der Abreise den Platz übergeben sollen. Doch: «Leider war niemand da», sagt der zuständige Rapperswiler Stadtrat Roland Manhart auf Anfrage. Somit habe auch keine Platzübergabe stattgefunden. «Trotz mehrmaliger Kontaktaufnahme ist der Leiter der Fahrenden, der Capo, seither nicht erreichbar für uns», so Manhart weiter.

Hinterlassen hätten die Fahrenden einen Platz voller Dreck, teurer Champagner-Flaschen und einen leer stehenden Wohnwagen. Bei der Stadt wartet man nun auf eine Antwort vom Capo. «Ein bisschen Zeit geben wir ihm noch. Die 6000 Franken Kaution liegen ja schliesslich cash bei uns», so Manhart. Sollte er zurückkehren und die Reinigungsarbeiten durchführen, könnte er die Kaution eventuell noch zurückerhalten. «Doch das wird sich zeigen und dann hoffen wir, dass hier wieder Ruhe einkehrt.»

Folgen noch unklar

Ob auch für den Capo bald Ruhe einkehren wird, ist noch unklar. Die Kantonspolizei St. Gallen hat ihn wegen dem Ignorieren der Regeln bezüglich Hygiene, Littering, Erregen öffentlichen Ärgernisses, Belästigung und Nachtruhe bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Diese verfügte ein Bussen- und Kostendepositum von 1000 Franken: «Diese hat er bezahlt», bestätigt Kapo-Sprecher Gian Andrea Rezzoli. Ob noch mehr folgen wird, liege im Ermessen der Staatsanwaltschaft.

Wie TVO am Sonntagabend berichtete, feierten die Fahrenden am Samstag ausgelassen eine Hochzeit. Dass die Polizei dabei so viel Präsenz markierte, passte dem Capo überhaupt nicht: «Wir werden hier die ganze Zeit diskriminiert», wird er zitiert. Gar mit einer Massenschlägerei drohte er.

Früher und schneller reagieren

Dass die Polizei wegen Fahrender so häufig ausrücken musste, sei durchaus aussergewöhnlich: «Das gab es in den letzten Jahren nicht in diesem Ausmass», so Rezzoli. Die Polizei sei enttäuscht, dass die Regeln nicht eingehalten worden seien. «Dies obwohl mehrere Gespräche mit allen Beteiligten stattgefunden haben.» Während der Hochzeitfeier habe die Polizei rund um das Lager für Ruhe, Ordnung und Sicherheit gesorgt. Alles andere wäre unverhältnismässig gewesen.

Die Stadt hatte seit Jahren keinen solchen Fall von Fahrenden: «Wir müssen darum einräumen, dass wir zunächst zu wenig stark reagiert haben», so Manhart. Dies müsse in Zukunft verbessert werden. «Wir dürfen auch niemanden vorverurteilen.» Deshalb werde man auch künftigen Fahrenden Vertrauen schenken: «Aber wir werden schneller und besser kontrollieren, ob dieses Vertrauen nicht missbraucht wird.»

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