Tägertschi BE: Fahrende lassen sich auf Privat-Feld nieder
Aktualisiert

Tägertschi BEFahrende lassen sich auf Privat-Feld nieder

Fahrende nehmen seit Sonntagmittag ein Feld in Münsingen in Beschlag. Die Bäuerin fühlt sich betrogen, im Dorf lösen die Gäste Unmut aus. Die Behörden beschwichtigen.

von
ber
1 / 3
Seit Sonntag gastieren auf einem Feld bei Tägertschi BE Fahrende. Die Bäuerin: «Mein Mann wurde betrogen.»

Seit Sonntag gastieren auf einem Feld bei Tägertschi BE Fahrende. Die Bäuerin: «Mein Mann wurde betrogen.»

Leser-Reporter
Im Dorf sind die meisten alles andere als begeistert von den Gästen. Ein Anwohner: «Man hat einfach ein ungutes Gefühl dabei.»

Im Dorf sind die meisten alles andere als begeistert von den Gästen. Ein Anwohner: «Man hat einfach ein ungutes Gefühl dabei.»

Leser-Reporter
Die Fahrenden haben sich auf einem Feld zwischen Münsingen und Tägertschi einquartiert (gelb eingezeichnet).

Die Fahrenden haben sich auf einem Feld zwischen Münsingen und Tägertschi einquartiert (gelb eingezeichnet).

Google Maps

Rund 30 Wohnwagen stehen derzeit auf einem Feld bei Tägertschi in der Gemeinde Münsingen. Am Sonntagmittag seien die französischen Fahrenden angereist, wie die Bäuerin erklärt. Mehr will sie dazu nicht sagen. Nur so viel: «Mein Mann wurde reingelegt. Er war zu gutgläubig.» Sie will nicht darauf eingehen, welchen Teil der Abmachung die Fahrenden nicht eingehalten hätten. Die Bäuerin sagt nur, dass sie und ihr Mann seit der Ankunft der Gäste aus Frankreich in der Gemeinde gemieden würden.

In Tägertschi sind allerdings gar keine Probleme mit den Fahrenden bekannt, wie mehrere Personen aus dem Dorf zu 20 Minuten sagen. Ein Anwohner: «Man hat einfach ein ungutes Gefühl dabei.» Ein anderer Mann meint, die Leute würden durch die Karawane eingeschüchtert. Immerhin seien es ja auch noch «Welsche».

«In Fraubrunnen tadellos aufgeführt»

Gemeindevertreter von Münsingen seien ebenfalls schon vor Ort gewesen, berichtet ein Nachbar. Vize-Gemeindepräsident Andreas Gnägi bestätigt dies auf Anfrage. «Wir haben mit den Fahrenden sehr professionelle, konstruktive Verhandlungen führen können und Abfallentsorgung sowie WCs sichergestellt.» Die Toilette sei am frühen Montagnachmittag geliefert worden. Mit dem Landeigentümer hätten die Fahrenden schon am Samstagnachmittag einen Vertrag abgeschlossen.

Es handle sich bei den Fahrenden übrigens um dieselben, die vor kurzem in der Gemeinde Fraubrunnen zu Gast waren und sich dort tadellos aufführten. Ihr Mietvertrag mit dem Grundeigentümer in Tägertschi sei drei Wochen gültig.

Die Roma-Expertin bei der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) war leider nicht erreichbar. Jedoch verweist GfbV-Mediensprecherin Dominique Schärer auf das Recht der fahrenden Roma, sich niederzulassen. «Ausserdem deuten die beiden abgeschlossenen Verträge auf gegenseitiges Einverständnis hin.»

Deine Meinung