Aktualisiert 30.04.2016 14:46

Wil SG

Fahrer verschläft – Europa-Park-Reise fällt aus

Weil ein Busfahrer nicht aus den Federn kam, fiel eine Fahrt von Eurobus aus. Eine Gruppe Wiler ist vom Unternehmen enttäuscht.

von
jeb
Auf den «Blue Fire Megacoaster» im Europa-Park Rust schafften es die Wiler am Freitag nicht.

Auf den «Blue Fire Megacoaster» im Europa-Park Rust schafften es die Wiler am Freitag nicht.

europark.de

«Eurobus bringt Sie mit Rustexpress direkt und bequem zum Europa-Park», heisst es in der Werbung des Unternehmens Eurobus. Auf der Ostschweiz-Route kam es am Freitag aber ganz anders.

«15 Teilnehmer unseres Brückenkurses warteten teilweise seit halb sechs Uhr beim Treffpunkt bei Bahnhof Wil. Um 6 Uhr hätte uns der Bus in Wil abholen sollen, doch er kam und kam nicht», klagt ein 21-Jähriger. In eisiger Kälte begannen sie zu telefonieren und versuchten herauszufinden, ob der Bus Verspätung hat. Über einen weiteren Kursteilnehmer, der in Zürich einen Bus Richtung Rust nehmen wollte, erfuhren sie schliesslich, dass der Chauffeur der Ostschweizer Route verschlafen habe.

Um 7.15 Uhr wurden sie schliesslich offiziell von Eurobus informiert, dass die Reise ausfalle. «Diese Information hätten wir gerne früher gehabt. In der Kälte zu warten, war nicht sehr angenehm», so der 21-jährige Leser-Reporter.

Kein Ersatz verfügbar

Roman Hollenstein, Geschäftsführer von Eurobus Ostschweiz, bestätigt den Vorfall. «Der Fahrer, der die Europa-Park-Gäste abholen sollte, hat tatsächlich verschlafen.» Da Eurobus davon erst um 6.10 Uhr Kenntnis bekommen und kein Ersatzbus in der Region zur Verfügung gestanden habe, entschied sich das Unternehmen, die Reise abzusagen. «Das tut uns für die Betroffenen wahnsinnig leid», so Hollenstein.

Da der Siebenschläfer-Fahrer erst von seinem Wohnort zum Busdepot eines Drittanbieters hätte fahren müssen, um den Car für die Rust-Reise zu fassen, wären die Gäste mindestens mit 3,5 Stunden Verspätung im Europa-Park angekommen. «Da wäre der halbe Tag schon vorbei, deshalb wurde die Tour abgesagt», so Hollenstein. Die Betroffenen werden aber entschädigt: Sie erhalten das Geld für die gebuchte Reise zurück und ihnen wird zudem die Busfahrt sowie ein Teil an das Europa-Park-Ticket geschenkt.

«Das darf nicht passieren»

Dass ein Faher verschlafe, komme sehr selten vor. «Mir ist von den sehr vielen Fahrten im letzten Jahr nur ein Fall bekannt», sagt Hollenstein. «Aber eigentlich darf das einem Chauffeur nicht passieren.» Bei einem Büroangestellten sei das ja nicht so schlimm, aber bei einem Carfahrer seien von so einem Vorfall gleich 50 Personen betroffen.

Die Gruppe aus Wil wird den Ausflug in den Europa-Park an einem anderen Tag nachholen. Nach der Absage gingen sie sich erst einmal bei einem heissen Kaffee aufwärmen und hielten danach einen normalen Kurstag ab.

Vom Busunternehmen seien sie enttäuscht, weil sie nicht zeitig informiert worden seien. Eurobus verteidigt sich: «Der Pikettdienst musste erst abklären, ob eine Alternative gefunden werden kann, bevor die Reise abgesagt werden konnte», so Hollenstein. Er könne die Enttäuschung aber nachvollziehen. Deshalb werde für die Gruppe eine Extrafahrt nach Rust mit einem eigenen Bus organisiert.

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