Kanton Zürich: Fahrerflucht-Unfälle mit Verletzten nehmen zu

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Kanton ZürichFahrerflucht-Unfälle mit Verletzten nehmen zu

Im Kanton Zürich kam es letztes Jahr zu 100 Fahrerflucht-Unfällen mit Verletzten – vor vier Jahren waren es noch 88 gewesen. Meistens kann die Polizei die Flüchtigen ermitteln.

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Hier wurde in der Nacht auf Samstag, 26. September 2015, eine 17-jährige Frau von einem unbekannten Autofahrer überrollt. Es handelt sich um die Lielistrasse in Aesch ZH.

Hier wurde in der Nacht auf Samstag, 26. September 2015, eine 17-jährige Frau von einem unbekannten Autofahrer überrollt. Es handelt sich um die Lielistrasse in Aesch ZH.

Kapo ZH
Die junge Frau war Besucherin einer privaten Goa-Party in der Waldhütte daneben. Gegen 1.30 Uhr hatte sie sich zusammen mit einem Kollegen an oder auf die Strasse gelegt.

Die junge Frau war Besucherin einer privaten Goa-Party in der Waldhütte daneben. Gegen 1.30 Uhr hatte sie sich zusammen mit einem Kollegen an oder auf die Strasse gelegt.

Kapo ZH
Der unbekannte Autofahrer, der aus der Richtung Aesch kam, musste deswegen abbremsen. Es kam zu einem Wortwechsel. Danach setzte er die Fahrt fort und überrollte dabei die 17-Jährige. Ohne sich um sie zu kümmern, flüchtete er.

Der unbekannte Autofahrer, der aus der Richtung Aesch kam, musste deswegen abbremsen. Es kam zu einem Wortwechsel. Danach setzte er die Fahrt fort und überrollte dabei die 17-Jährige. Ohne sich um sie zu kümmern, flüchtete er.

Kapo ZH

Während einer Goa-Party in der Nacht auf den vergangenen 26. September wurde eine 17-jährige Frau in Aesch ZH von einem unbekannten Autofahrer überrollt und schwer verletzt – bis heute weiss die Polizei nicht, wer die Fahrerflucht begangen hat.

Dass Unfallverursacher nach einem Verkehrsunfall mit Verletzten flüchten, ist im Kanton Zürich keine Seltenheit – und die Zahlen steigen kontinuierlich leicht an. 2011 waren es noch 88 Fahrerfluchtunfälle mit Verletzten, 2012 deren 90, 2013 dann 95 und letztes Jahr 100. Auch dieses Jahr dürften es wieder 100 sein.

Meist Unfälle mit Leichtverletzten

In den allermeisten Fällen handelt es sich gemäss «Tages-Anzeiger» um Unfälle mit Leichtverletzten – und der grösste Teil werde geklärt. Entweder weil die Polizei die Verursacher ermitteln kann oder weil sie sich selber stellen.

Als Fahrerflucht gilt gesetzlich gesehen das Wegfahren nach einem Unfall mit Personenschaden. Gibt es «nur» Sachschaden, ist von Meldepflicht die Rede. Nimmt man Fahrerflucht und die Unterlassung der Meldepflicht zusammen, so ereigneten sich letztes Jahr im Kanton Zürich sogar 3350 Fälle.

Man will den Führerausweis retten

Gründe für flüchtende Unfallverursacher gibt es viele. Laut Verkehrspsychologe Uwe Ewert von der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) befindet sich diese Person in einer Ausnahmesituation. Bei leichten Unfällen wie etwa einem Parkschaden ginge es oft darum, Umtriebe und Kosten zu vermeiden oder den Führerausweis zu retten.

Stünde man unter Alkoholeinfluss, spiele zudem eine gewisse Enthemmung eine Rolle: «Dann kann es passieren, dass man abhaut, obwohl man es im nüchternen Zustand nie getan hätte», sagte Ewert dem «Tages-Anzeiger». Gemäss wissenschaftlicher Literatur begingen Männer öfter Fahrerflucht als Frauen und Junge eher als Ältere.

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