16.12.2015 19:20

In Holland legalFahrlehrer dürfen Sex verlangen

Bei einigen Fahrlehrern in Holland können Unterrichtsstunden mit Sex abbezahlt werden. Als Prostitution gelte das nicht, sagen die Behörden.

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Fahrlehrer bieten in Inseraten «eine Fahrt für eine Nummer» - und das ganz legal.

Fahrlehrer bieten in Inseraten «eine Fahrt für eine Nummer» - und das ganz legal.

Kein Anbieter/Screenshot Youtube

Einige holländische Fahrschulen bieten in Zeitungsannoncen und im Internet Fahrstunden gegen Sex an. Die Polizei ermittelte zunächst wegen illegaler Prostitution, doch jetzt erklärten der holländische Justizminister Ard van Steur und auch die zuständige Transportministerin Melanie Schultz van Haegen, dass das Fahrgeschäft gegen Sex legal sei – zumindest, solange die beteiligten Parteien volljährig seien. In den Niederlanden können bereits 16-Jährige Fahrstunden nehmen, fahren dürfen sie aber erst mit 18 Jahren.

Laut den Ministern gilt das schlüpfrige Geschäft nicht als Prostitution, da keine sexuelle Handlungen angeboten werden. Nur wenn es umgekehrt wäre – eine Person würde Sex als Gegenleistung für Fahrstunden anbieten –, wäre ein Straftatbestand erfüllt. Die Praxis sei, so versichern die Politiker gleichzeitig, dennoch «unerwünscht.»

«Wir können nichts dagegen tun»

Das Problem scheint nicht neu. Wie die Zeitung «De Telegraaf» berichtet, sind vor allem in Rotterdam und in Den Haag die Annoncen unter dem Titel «ritje voor een ritje» bekannt, ein Wortspiel, das übersetzt etwa «eine Fahrt für eine Nummer» bedeutet. Das erhitzte einige Gemüter, sodass das Thema vergangenen Sommer zum Parlament gelangte.

Bei der Vereniging Rijschool Belang (VRB), dem niederländischen Fahrschulen-Verband, ist man so oder so wenig erfreut. «Aber wir können nichts dagegen tun», sagt deren Sekretärin Irma Brauers zu 20 Minuten. «Die Fahrschulen haben eine legale Lizenz, also kann die Justiz sie nicht belangen.» Dem Verband gehörten derlei Fahrschulen nicht an, stellt Brauers klar.

Wie verbreitet das Geschäft «Fahrlektionen gegen Sex» ist, konnte die VRB-Sekretärin nicht sagen. «Es gibt keine offizielle Statistik.» Dem Treiben unter den Fahrschulen könnte nur noch die Steuerbehörde ein Ende setzen, denn was ‹in Naturalien› eingenommen wird, wird nicht besteuert. «Das Steueramt kann eine Firma schliessen lassen, wenn es beweisen kann, dass sie für ihre Arbeitsleistungen keine Steuern bezahlt hat.»

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