Kein Abstand möglich - Fahrlehrer fürchten Corona-Ansteckungen nach Masken-Aus
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Kein Abstand möglichFahrlehrer fürchten Corona-Ansteckungen nach Masken-Aus

Im Fahrschulauto musst du keine Maske mehr tragen. Ein Fahrlehrer befürchtet schlimme Folgen.

von
Fabian Pöschl
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Die Maskenpflicht im Fahrschulauto gilt seit dieser Woche nicht mehr.

Die Maskenpflicht im Fahrschulauto gilt seit dieser Woche nicht mehr.

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Darauf drängte der Fahrlehrer-Verband beim BAG.

Darauf drängte der Fahrlehrer-Verband beim BAG.

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Das Fahrschulauto sei kein öffentlich zugänglicher Raum. Ausserdem erschwere die Maske den Fahrunterricht, heisst es zur Begründung beim BAG.

Das Fahrschulauto sei kein öffentlich zugänglicher Raum. Ausserdem erschwere die Maske den Fahrunterricht, heisst es zur Begründung beim BAG.

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Darum gehts

  • Die Maskenpflicht in der Fahrschule fällt.

  • Fahrlehrer befürchten deshalb einen Anstieg der Infektionen.

  • Für das BAG ist das Fahrschulauto ein privater Raum.

Beim Coiffeur, im ÖV und im Laden gilt weiter Maskenpflicht – doch in der Fahrschule nicht mehr. Für Fahrlehrerinnen und Lernfahrer ist die Maske seit dieser Woche freiwillig. Auch im geschlossenen Innenraum eines Fahrschulautos ist keine Maske mehr nötig, obwohl kein Abstand von 1,5 Metern möglich ist. Der Schweizerische Fahrlehrverband SFV drängte dafür wiederholt beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Fahrlehrer C.* zeigt kein Verständnis dafür. «Überall sonst gilt Maskenpflicht, wo der Abstand nicht möglich ist, warum dann nicht auch im Auto?», sagt er zu 20 Minuten. Er befürchtet schlimme Folgen, weil die Fahrschülerinnen und Fahrschüler jetzt aus den Ferien aus Krisenländern wie Portugal zurückkommen würden und sich dort mit Corona angesteckt haben könnten.

An der Fahrprüfung gilt weiter Maskenpflicht

Im praktischen Fahrunterricht gilt keine obligatorische Maskenpflicht mehr, Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer können aber weiter darauf bestehen. Im theoretischen Unterricht bleibt die Maskenpflicht aber bestehen, sofern kein Mindestabstand von 1.5 Metern möglich ist und es keine anderen Massnahmen wie Schutzwände gibt. Ebenfalls weiterhin Maske tragen musst du bei der Prüfungsfahrt.

C. sei nicht alleine mit der Angst und könne trotzdem nicht aufs Tragen der Maske bestehen. «Es gibt einige Fahrschulen, die an der Maskenpflicht festhalten möchten, dies aber wegen des Konkurrenzdrucks nicht tun», sagt er.

Fahrlehrer-Verband rät weiter zur Maske

Bei der Zürcher Fahrschule Suli sieht man hingegen kein Problem mit dem Maskenende. «Wir lassen unseren Fahrlehrern die Wahl, ob sie und die Fahrschüler eine Maske tragen sollen,», heisst es auf Anfrage. Einige Fahrlehrpersonen seien vollständig geimpft und auf Wunsch trage das Personal eine Maske. Es sei auch noch nie vorgekommen, dass sich ein Fahrschüler geweigert hätte, die Maske zu tragen.

Der Fahrlehrer-Verband verweist auf Anfrage darauf, dass das Ende der Maskenpflicht in Absprache mit dem (BAG), dem Bundesamt für Strassen und der Vereinigung der Strassenverkehrsämter, beschlossen wurde. Allerdings empfehle der Verband weiterhin die Maske. Zudem könnten die Kantone strengere Massnahmen verfügen.

Maskenverzicht im Auto ist «epidemiologisch nicht gravierend»

Beim BAG heisst es, dass die Fahrschulautos keine öffentlich zugänglichen Räume sind, wo die Maskenpflicht obligatorisch ist. Doch ungeachtet dessen sei der Verzicht aufs Maske-Tragen möglich, wenn die Maske den Fahrunterricht wesentlich erschwere. Schliesslich würden auch Bus-Chauffeure in der Regel keine Maske tragen. Ob die Maske getragen wird, liege in der Entscheidung der Beteiligten.

Auch der Infektiologe Andreas Cerny befürchtet nicht, dass es ohne Maskenpflicht im Fahrschulauto zu vielen Infektionen kommen wird. «Da sich nur zwei Personen treffen, wäre eine Ansteckung epidemiologisch nicht gravierend», sagt Cerny zu 20 Minuten. Allerdings habe der Fahrlehrer das Recht, seine Vorbehalte anzubringen und eine Maske zu verlangen, wofür die Fahrschüler auch Verständnis zeigen sollten, so Cerny.

*Name der Redaktion bekannt

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