Eklige MMS: Fahrlehrer schickt Schülerinnen Penis-Fotos
Aktualisiert

Eklige MMSFahrlehrer schickt Schülerinnen Penis-Fotos

Die Polizei ermittelt gegen einen Zuger Fahrlehrer, der mehrere junge Fahrschülerinnen massiv sexuell belästigt hat. Eine von ihnen erzählt von SMS-Terror, Angst und Ekel.

von
G. Brönnimann

Jolanda* dachte sich nicht allzu viel dabei, als ihr Fahrlehrer ihr im Auto ständig Komplimente machte. «Er sagte, wie hübsch ich sei, und wenn ich einen kurzen Rock trug, sagte er mir, ich hätte schöne Beine», so die 21-Jährige aus dem Kanton Zug. Das habe sie zwar etwas genervt, aber nach bestandener Fahrprüfung habe sie ihren Lehrer und seine Macken bald wieder vergessen.

Der Fahrlehrer aber vergass seine Schülerin nicht. Im vergangenen Frühling schickte der Familienvater ihr verschiedene SMS und Fotos – Handybilder seines erigierten Glieds sowie mehrere weitere Nacktbilder. Dazu SMS mit eindeutigen Angeboten wie: «CHF 300, 1 Std. Ok?».

«Der Schock wurde immer grösser»

«Zuerst habe ich das Foto gar nicht richtig angeschaut. Ich wusste nicht, von wem die SMS kamen», erzählt Jolanda. «Dann habe ich es geöffnet und war einfach nur geschockt.» Zuerst habe sie ihren ehemaligen Fahrlehrer auf dem Bild nicht erkannt. «Als ich dann realisierte, dass er das ist, wurde mein Schock immer grösser. Ich war richtig angeekelt.»

Sofort ging Jolanda zur Polizei und erstattete Anzeige wegen sexueller Belästigung. «Es gab eine Busse», erzählt sie. «Mehr nicht.»

SMS-Sex-Terror hört nicht auf

Die Busse bewirkte beim Fahrlehrer nichts. Wenige Monate später versendete er wieder Penis-Fotos. «Er schrieb mir immer wieder. Unglaublich ekliges Zeug», sagt Jolanda. Erst kürzlich erhielt sie neue SMS. «Das ist mega unangenehm. Und es macht Angst.»

Unangenehm findet Jolanda auch, dass ihre Anzeigen bei der Polizei nicht viel zu bewirken scheinen. «Drei Mal habe ich ihn mittlerweile schon bei der Polizei angezeigt. Ich finde es unglaublich, dass er weitermachen kann und lediglich mit einer Busse bestraft wird!»

Verfahren gegen Serientäter in Vorbereitung

Das könnte sich bald ändern. Denn Jolanda ist bei Weitem nicht das einzige Opfer des Fahrlehrers. «Wir führen Ermittlungen in knapp einem knappen Dutzend Fälle», bestätigt Marcel Schlatter, Sprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden. Alle Opfer seien Fahrschülerinnen, alle 18 Jahre alt oder nur wenig älter. «Es geht um verschiedene Tatbestände», so Schlatter weiter: «Sexuelle Belästigung und Pornografie.»

Mehr können die Behörden mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht sagen. Es werde demnächst abgeschlossen und danach dem Staatsanwalt übergeben. Der Fahrlehrer war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

*Name geändert

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