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Fahrlehrer schlagen Alarm: Fahrausbildung ungenügend

Die Schweizerische Vereinigung der Fahrlehrerverbände (SVFV) sieht Lücken in der Ausbildung der Lernfahrer.

Deshalb fordert sie für die theoretische und praktische Ausbildung ein Teilobligatorium.

Die SVFV schlägt ein Obligatorium für den Theorieunterricht kombiniert mit mindestens 16 Lektionen Verkehrskundeunterricht vor. Dieser sei durch ein Fahrschulobligatorium von mindestens 20 Lektionen zu ergänzen, teilte die SVFV am Donnerstag mit.

Bei diesem Obligatorium gehe es nicht um mehr Einnahmen für die Fahrlehrer, sagte SVFV-Präsident Rudolf Joder auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Zum Beispiel könnten auch Automobilverbände den Fahrunterricht erteilen.

Er sehe dringenden Handlungsbedarf. Die Situation auf der Strasse werde immer schwieriger, sagte er weiter. Die Verkehrsmenge habe stark zugenommen und deshalb müssten die Leute besser ausgebildet werden. Es sei unlogisch, nur die zweite Phase obligatorisch zu machen.

Die vom Parlament beschlossene zweite Phase - Weiterbildung für Neulenker - müsse möglichst rasch eingeführt werden, fordert die SVFV weiter. Auch später müssten Lenkerinnen und Lenker Weiterbildungskurse absolvieren.

Zudem fordert die SVFV vom Bundesrat, für Lastwagen und Autos mit Anhängern ein Überholverbot in Tunnels zu erlassen und Abstandswarngeräten mit automatischem Bremseingriff einzubauen.

Teilobligatorium bereits vorhanden

Für das Bundesamt für Strassen (ASTRA) ist fraglich, ob mit einem Obligatorium von zusätzlichen Fahrstunden beim Fahrlehrer eine Verbesserung der Verkehrssicherheit erreicht werden kann. In der Praxis würden ohnehin zusätzliche Fahrstunden gebucht.

Zudem sei in der Schweiz bereits heute mit dem Verkehrskundeunterricht und der praktischen Grundschulung für Motorradfahrer ein Teilfahrschulobligatorium vorhanden, sagte Jolanda van de Graaf, ASTRA-Mediensprecherin, am Donnerstag.

Massnahmekatalog bis Ende Jahr prüfen

Das ASTRA kündigte bereits im Januar an, mit Massnahmen wie verschärften Polizeikontrollen, 0,0 Promille für Neulenker und Chauffeure sowie Nachschulung für Wiederholungstäter zu prüfen.

Der Massnahmenkatalog soll Ende Jahr dem Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) vorgelegt werden. Das ASTRA will die Zahl der Toten und Schwerverletzten im Verkehr bis 2010 halbieren.

Das Projekt Verkehrssicherheitspolitik (VESIPO) ist laut ASTRA umso aktueller, als die Zahl der Verkehrstoten im vergangenen Jahr seit langem erstmals wieder zugenommen habe. 2003 kamen mindestens 550 Menschen auf der Strasse ums Leben gekommen, während es 2002 noch 513 gewesen waren. (sda)

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