Aktualisiert 25.03.2016 11:33

Bewertung durch SchülerFahrlehrer wollen ein Qualitätssiegel einführen

Was taugt mein Fahrlehrer? Der Schweizerische Fahrlehrerverband will das transparent machen – und ein Punktesystem einführen.

von
num
Fahrlehrer, die Mitglied im Schweizerischen Fahrlehrerverband sind, sollen künftig ein Qualitätssiegel erhalten. (Symbolbild)

Fahrlehrer, die Mitglied im Schweizerischen Fahrlehrerverband sind, sollen künftig ein Qualitätssiegel erhalten. (Symbolbild)

Keystone/Gaetan Bally

Nach der 50. Fahrstunde und 5000 Franken Kosten hatte Ceren Yilmaz (26) genug: Sie fragte ihren Fahrlehrer, ob er sie nicht endlich zur Prüfung anmelden könnte. Er habe erwidert, sie sei noch nicht so weit. «Mein Vater, mein Freund und ein Kollege sagten aber etwas anderes.»

Als sie dem Fahrlehrer beschied, keine weiteren Fahrstunden bezahlen zu können, habe er ihr gar geraten, ihre Familie um Geld anzupumpen. Yilmaz zog einen Schlussstrich: Sie ging zu einer anderen Fahrschule, die sie nach nur einer Probestunde zur Prüfung anmeldete. Yilmaz bestand problemlos. Über das Verhalten ihres ersten Fahrlehrers wolle sie sich nun beim Schweizerischen Fahrlehrerverband SFV beschweren.

«Unprofessionell und unseriös»

Werner Waldmeier, Geschäftsführer des SFV, sagt: «Das Verhalten dieses Fahrlehrers ist höchst unprofessionell und unseriös.» Normalerweise könne der Fahrlehrer nach einer ersten Fahrt ungefähr abschätzen, wie viele Stunden der Schüler benötige.

Um solche Fälle in Zukunft zu vermeiden, plant der SFV die Einführung eines Qualitätssiegels für Fahrlehrer. Waldmeier bestätigt einen Bericht des «Wochenspiegels». «Ähnlich wie bei Hotels sollen sich künftige Kunden so über den Fahrlehrer informieren und darauf vertrauen können, dass er ihren Anforderungen entspricht.»

Kommentare zum Fahrlehrer

Die Fahrschüler sollen nach der Prüfung künftig ihren Fahrlehrer auf dessen Webseite bewerten und Punkte abgeben können. Dazu sollen Kommentare der Kunden aufgeschaltet werden, auf die der Fahrlehrer auch schnell und transparent reagieren kann.

Der Fahrlehrer kann laut Waldmeier ehrverletzende oder beleidigende Kommentare selber löschen. «Löscht er aber jedes sonstige Feedback, das nicht nur positiv ist, würde dies auffallen», sagt Waldmeier. Die Verfasser könnten sich auch an den Verband wenden.

Pilotversuch in Zürich

Der Schweizerische Fahrlehrerverband möchte so die Fehlerkultur verbessern und das Vertrauen in die Fahrlehrer stärken. Derzeit müssten die Mitglieder noch vom Vorhaben überzeugt werden, sagt Waldmeier. Einige seien noch skeptisch, andere hingegen begeistert.

Die Sektion Zürich wird nun einen Pilotversuch durchführen, um zu testen, ob das Punktesystem und die Bewertungen der Fahrschüler funktionieren. Waldmeier: «An der Generalversammlung Ende Jahr geben wir das Projekt aber noch zur Abstimmung.»

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