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VerkehrFahrplanwechsel «ohne Probleme» gemeistert

Die Züge fahren seit 3 Uhr europaweit nach neuem Fahrplan. Bei der Umstellung in der Schweiz gab es laut der SBB keine nennenswerten Probleme. Die grosse Belastungsprobe steht aber noch aus.

von
ast

Seit heute Nacht um 3 Uhr gelten europaweit neue Fahrpläne im öffentlichen Verkehr. Dem Fahrplanwechsel vorausgegangen war eine lange und intensive Vorbereitungszeit. So musste die SBB etwa in den letzten Tagen und in der Nacht auf Sonntag diverse Rollmaterialumläufe an den neuen Fahrplan anpassen. Zudem mussten alle elektronischen Systeme - etwa für die Billettautomaten oder für die Online-Abfragen - auf den neuen Fahrplan umgestellt werden.

Gezielter Angebotsausbau im dichten Netz

Auf dem ganzen Netz erfolgte die Fahrplanumstellung laut einer Mitteilung der SBB ohne nennenswerte Probleme. Der neue Fahrplan sei «gut angerollt». Die grosse Belastungsprobe erfolge aber erst morgen Montag zur morgendlichen Hauptverkehrszeit, wenn hunderttausende mit dem Zug zur Arbeit fahren. Täglich reisen gut 900 000 Menschen mit der SBB.

Die SBB betreibt das weltweit am dichtesten genutzte Schienennetz und stösst zunehmend an die Kapazitätsgrenzen. Vor diesem Hintergrund sei eine grössere Ausweitung des Angebots erst nach der Realisierung grösserer Infrastrukturausbauten möglich. Dazu gehörten etwa die Durchmesserlinie Zürich oder die Ausbauten im Rahmen von ZEB (Zukünftige Entwicklung Bahninfrastruktur).

Die wichtigsten neuen Verbindungen

• Zwischen Bern und Zürich gibt es eine neue Intercity-Verbindung (IC). Der Zug verlässt Bern um 16.14 Uhr und soll damit zur Entlastung der abendlichen Pendlerspitze beitragen.

• Ab Chur steht morgens von Montag bis Samstag ein neuer IC nach Zürich (Chur ab 05.06 Uhr, Zürich HB an 06.23 Uhr) zur Verfügung. Damit erreichen Bündnerinnen und Bündner die frühen Flüge ab Zürich Flughafen.

• Der IR Luzern–Lausanne (Luzern ab 10.00 Uhr) wird bis Genf Flughafen (Genf an 12.50 Uhr) verlängert und schliesst damit die Taktlücke zwischen Bern und Genf. In der Gegenrichtung fährt ein IR nicht erst ab Lausanne, sondern bereits ab Genf Flughafen (15.01 Uhr ab) nach Luzern.

• Zwischen Bern und Spiez soll eine neue Interregio-Verbindung den Pendlerstau etwas lindern (Bern ab 18.31 Uhr).

• Zwischen Basel und Brig (Basel ab 19.28 Uhr, Bern ab 20.35 Uhr) gibt es ebenfalls eine neue Schnellverbindung.

• Ab Lausanne verkehrt vom Montag bis Freitag ein zusätzlicher Regioexpress nach Genf (18.23 Uhr ab). Der im Zusammenhang mit den Bauarbeiten auf der Autobahn A1 eingeführte Zug wurde in den Fahrplan integriert und verkehrt ab Martigny neu mit klimatisierten Wagen.

• Die schnelle Regioexpress-Verbindung im Kanton Jura wird neu stündlich auf der ganzen Strecke von Delle über Pruntrut und Delsberg bis Biel angeboten. Damit besteht zwischen Delsberg und Biel ein Halbstundentakt.

• Im Tessin verkehren in der Hauptverkehrszeit mehr Züge auf der Linie Chiasso–Lugano–Bellinzona.

Änderungen im Nachtverkehr

• Auf der Linie Luzern–Zug–Zürich fahren für Nachtschwärmer in den Nächten auf Samstag und auf Sonntag drei neue zuschlagspflichtige Regioexpress-Züge. Die bisherigen Nightbird-Busse Zürich–Bern und Zürich–Basel werden aufgrund schwacher Nachfrage nicht mehr geführt.

• Der Halbstundentakt im Regionalverkehr zwischen Olten und Solothurn wurde um 2 Stunden verlängert und gilt jetzt täglich bis 22 Uhr. Am Freitag und Samstag verkehren die Regionalzüge im Gäu sogar bis Mitternacht halbstündlich.

• Neu fährt ein Nightbird-Bus von Genf Flughafen nach Bern. Von Mitte Mai bis Ende Oktober verlässt der Bus freitag- und samstagnachts Genf Flughafen um 23.30 Uhr und kommt in Bern um 1.20 Uhr an.

• Im Chablais werden zwei zusätzlichen Spätzügen zwischen St-Maurice und Lausanne mit Anschlüssen nach Genf, Freiburg und Biel eingesetzt.

Pünktlichkeit 2009

An einem Medientermin zum Fahrplanwechsel in Bern gab die SBB auch die erwarteten Pünktlichkeitswerte für 2009 bekannt. Laut der SBB ist die Bahn dieses Jahr pünktlicher geworden, und zwar um bis zu zwei Prozentpunkte.

91,4% der Personenverkehrszüge auf dem SBB-Netz verkehrten im laufenden Jahr pünktlich mit einer Maximalverspätung von weniger als drei Minuten. Im Vorjahr waren es 89,7% der Züge.

Neu führt die SBB auch einen Kundenpünktlichkeits-Wert, der aus Kundenperspektive die von den Reisenden erfahrene Pünktlichkeit misst: Diese Kundenpünktlichkeit lag im laufenden Jahr bisher bei 87,5%. Im Vorjahr hatte der entsprechende Wert 85,7% betragen.

Kommt es dennoch einmal zu einer grösseren Verspätung, erhalten die Kunden bei einer Verspätung von 60 Minuten neu 25 Prozent des Fahrpreises zurück, bei Verspätungen von zwei Stunden oder mehr sogar die Hälfte des Billettpreises. Die betroffenen Fahrgäste erhalten einen Reisegutschein, der an Bahnhöfen in Bargeld umgetauscht werden kann.

Schneller nach Paris, gediegen nach Wien

Neu verkehren fünf TGV-Züge täglich zwischen Paris und Zürich, in der Gegenrichtung sind es deren vier. Ab Basel können die Reisenden in beiden Fahrtrichtungen von fünf Verbindungen profitieren. Dank Streckausbauten auf der Juralinie nach Frankreich verkürzt sich die Reisezeit zwischen Lausanne und Paris um 15 Minuten.

Die beiden Railjet-Verbindungen Zürich HB–Salzburg und Zürich HB–Salzburg–Wien Westbahnhof (täglich je ein Zug pro Richtung) setzen neue Massstäbe bezüglich Komfort. Die Railjet der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) verfügen neben Economy und First Class über 16 Plätze in einer Premium Class. Zudem haben sich die Reisezeiten verkürzt.

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