Sicherheit: Fahrverbote bei irakischen Wahlen
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SicherheitFahrverbote bei irakischen Wahlen

Begleitet von strengen Sicherheitsvorkehrungen haben im Irak Provinzwahlen begonnen. Regierungschef Nuri al-Maliki gehörte in der abgeschirmten sogenannten Grünen Zone von Bagdad zu den ersten Wählern.

Es sind die ersten Wahlen seit 2005. Gemäss Al-Maliki zeichnete sich eine rege Beteiligung ab. Darauf deuteten alle ihm vorliegenden Informationen hin, sagte er am Samstag in Bagdad wenige Stunden nach Öffnung der Wahllokale.

Al-Maliki forderte die Bürger dazu auf, weiter zahlreich an die Urnen zu gehen. Die Vorbereitung des Urnengangs sei schwierig gewesen, dennoch sei es der Wahlkommission gelungen, alle Betrugsversuche zu verhindern, sagte der Regierungschef. Um das Risiko von Terroranschlägen zu minimieren, verhängte die Polizei in den Städten Fahrverbote und kontrollierte die Wähler vor den Wahllokalen.

In den ersten Stunden nach der Öffnung der Wahllokale blieb es friedlich. Nur in der Heimatstadt des früheren Diktators Saddam Hussein, Tikrit, wurden fünf Lärm-Granaten auf Wahllokale abgefeuert. Zunächst war von Mörsergranaten die Rede gewesen. In Tikrit sei zudem ein Mitarbeiter der Wahlkommission festgenommen worden, nachdem man in seinem Haus sechs leere Wahlurnen entdeckt habe.

In Bagdads Schiiten-Vorstadt Sadr-City kam es wegen eines Handys zu einem tödlichen Zwischenfall. Der Nachrichtensender Al-Arabija berichtete, ein Wähler sei erschossen worden, als er mit seinem Mobiltelefon ein Wahllokal betreten habe, ein zweiter Mann sei verletzt worden.

14 400 Kandidaten

Die rund 6500 Wahllokale sollten um 17:00 Uhr Ortszeit (15:00 Uhr MEZ) schliessen. Knapp 15 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, über die Besetzung von 14 der 18 Regionalparlamente zu entscheiden. Mehr als 14 400 Kandidaten stellten sich zur Wahl. Rund 800 ausländische Beobachter verfolgen die Wahl von 440 Provinzrats-Mitgliedern in 14 der 18 Provinzen.

In Kirkuk, wo ein Konflikt zwischen Kurden, Arabern und Turkmenen schwelt, und in den drei Kurdenprovinzen im Norden werden die Räte noch nicht neu besetzt. Die Wahlergebnisse sollen am Mittwoch bekanntgeben werden. (sda)

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