Aktualisiert 26.08.2012 06:02

Engpass bei ÄmternFahrzeuge sollen seltener überprüft werden

Alle zwei Jahre flattert Automobilisten eine Aufforderung zur Vorführung ins Haus. Dabei beruhen die wenigsten Unfälle auf technischen Mängeln. Nun will der Bund die Fristen ausweiten.

von
oku
Seltenere MFKs: Möglicherweise müssen neue Fahrzeuge künftig erst nach sieben Jahren zum ersten Mal vorgeführt werden.

Seltenere MFKs: Möglicherweise müssen neue Fahrzeuge künftig erst nach sieben Jahren zum ersten Mal vorgeführt werden.

Autos sollen in der Schweiz nicht mehr so oft wie heute zum Vorführen müssen. Der Bund will die Fristen für die technischen Motorfahrzeugkontrollen erstrecken. «Wir sind dazu bereit, sofern die Verkehrssicherheit nicht darunter leidet», sagt Thomas Rohrbach, Sprecher des Bundesamts für Strassen, der «NZZ am Sonntag».

Weniger als ein Prozent aller Unfälle sei auf Unzulänglichkeiten an den Autos zurückzuführen. Heute muss ein Fahrzeug erstmals nach vier Jahren zur Kontrolle, drei Jahre später zum zweiten Mal und danach alle zwei Jahre. Vor allem den ersten Vorführ-Termin könne man ohne Abstriche bei der Sicherheit hinausschieben, argumentiert die Vereinigung der kantonalen Strassenverkehrsämter.

Als mögliche Option wird ein 7-2-2-Turnus diskutiert. Dabei würde eine erste Überprüfung also erst nach sieben Jahren anstehen.

Garagisten wehren sich gegen den Vorstoss

Gemeinsam mit dem Bund prüft sie nun eine Änderung der Fristen, eine Option ist dabei das erstmalige Vorführen nach sieben Jahren. Hintergrund der Pläne ist ein Hilferuf der Strassenverkehrsämter. Sie sind auf Grund der vielen Neuzulassungen derart überlastet, dass sie schon heute bei den Kontrollen teilweise um Jahre nachhinken.

Auf Protest stösst das Vorhaben demgegenüber bei den Garagisten. «Wir erachten das heutige System als sinnvoll und sehen aus technischer Sicht keinen Anlass, daran etwas zu ändern», sagt Markus Peter vom Autogewerbeverband. Peter bezweifelt, dass es richtig ist, das Recht den Kapazitäten der Behörden anzupassen.

Auch vonseiten der EU-Kommission weht Gegenwind. Diese plant, Fahrzeugprüfungen europaweit zu vereinheitlichen. Die vorgeschlagenen Fristen liegen allerdings bei vier, zwei und einem Jahr. Das wären also kürzere Abstände als bereits jetzt in der Schweiz gelten.

Weitere Lockerungen in Planung

Offenbar stossen indes dem Bund generell die häufigen Kontrollen auf. So kündigte Guido Bielmann vom Bundesamt für Strassen erst Ende 2011 eine mögliche Lockerung an. Man wolle prüfen, ob der alle zwei Jahre fällige Abgastest für Autos abgeschafft oder auf vier Jahre erstreckt werden kann, kündigte er an. Noch steht eine definitive Entscheidung dazu aus.

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