Hardware-Test – Fairphone 4 – Das Handy, das du eigentlich kaufen solltest
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Hardware-TestFairphone 4 – Das Handy, das du eigentlich kaufen solltest

Ob Bildschirm, Batterie oder Kamera – beim Fairphone 4 lassen sich alle Teile ausbauen und ersetzen. Doch was taugt das Gerät sonst noch? Wir haben es getestet.

von
Dominique Zeier

So sieht es im Innern des Fairphone 4 aus.

20 Minuten

Darum gehts

  • Das neueste Gerät des Handy-Anbieters Fairphone ist da.

  • Es nennt sich Fairphone 4.

  • Es ist das erste Fairphone, das mit 5G-Technologie ausgestattet ist.

  • Es handelt sich, wie beim Vorgänger, um ein modulares Handy.

  • Das Gerät kann einfach in seine Einzelteile zerlegt werden.

  • 20 Minuten hat das Gerät getestet.

Smartphones tragen nach wie vor viel zum jährlichen Haufen an Elektroschrott bei. Zwar hat eine Studie kürzlich gezeigt, dass Menschen in der Schweiz ihre Handys über eine immer längere Zeit hinweg benutzen, aber auch hierzulande sind es noch immer weniger als die Hälfte aller Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzer, die tatsächlich planen, ihr Handy vier Jahre oder länger zu behalten, bevor sie sich ein neues Gerät anschaffen.

Dem will der Smartphone-Hersteller Fairphone mit einer nachhaltigeren Strategie entgegenwirken. Seit dem 25. Oktober ist das neueste Gerät des Anbieters, das Fairphone 4, auf dem Markt. Wir haben es getestet.

Was ist das Spezielle am Fairphone 4?

Nehmen wir das Offensichtliche erst einmal vorweg: Beim Fairphone 4 handelt es sich weder um das leistungsstärkste Handy auf dem Markt, noch kann es mit seiner Kamera oder dem Bildschirm mit der Spitzenklasse unter den Smartphones mithalten. Aber darum geht es bei diesem Gerät auch gar nicht. Denn wie der Name bereits verrät, ist beim Fairphone 4 alles auf Nachhaltigkeit abgestimmt.

So werden die Fairphone-Geräte Elektroschrott-neutral hergestellt, wie das Unternehmen mitteilt. Ausserdem werden alle Geräte aus ethisch vertretbar beschaffenen Materialien und unter angemessenen Arbeitsbedingungen hergestellt. Was das Gerät allerdings noch besonderer macht, ist dessen Modularität. So kann man das Gerät ganz einfach selbst öffnen und Komponenten wie beispielsweise die Batterie oder das Kameramodul einzeln auswechseln (siehe Video). Um dies möglich zu machen, bekommt man mit dem Kauf eines Fairphones auch gleich den passenden Schraubenzieher mitgeliefert.

So sieht das Innenleben des Fairphone 4 aus.

So sieht das Innenleben des Fairphone 4 aus.

20min/doz

Dies soll dazu führen, dass die Einzelteile des Fairphones ganz leicht ausgetauscht werden können und das Handy nicht beim kleinsten Problem komplett ersetzt werden muss. Tatsächlich ist das Auseinanderschrauben und wieder Zusammensetzen des Geräts einfach und intuitiv, sodass man kein grösseres technisches Können benötigt, als für das Zusammenbauen von Ikea-Möbeln.

Das Design

Insgesamt wirkt das Fairphone 4 vom Look her eleganter als sein Vorgänger, das Fairphone 3. Der Bildschirm ist mit 6,3 Zoll grösser und weist nur einen kleinen Kamera-Notch auf der Vorderseite auf. Sofort fällt aber auf, dass das Handy relativ schwer und klobig in der Hand liegt. Mit einem Gewicht von 225 Gramm und einer Dicke von 10,5 Millimetern ist das Gerät ähnlich schwer wie das iPhone 12 Pro Max, das 228 Gramm wiegt, das Apple-Gerät ist allerdings nur 7,4 Millimeter dick, was es eleganter wirken lässt.

Das Fairphone ist in den Farben Grau und Grün erhältlich. Auffallend ist der Fingerabdruckscanner, der sich direkt im Powerbutton befindet. Dieser ist seitlich in das Gerät eingelassen, sodass er überhaupt nicht auffällt. Die Entsperrung mittels Fingerabdruck funktioniert zuverlässig und schnell.

Die Kameras

Die grössten Abstriche beim Fairphone 4 müssen die Nutzerinnen und Nutzer beim Kamera-Modul machen. Das Handy ist mit zwei 48-Megapixel-Kameras ausgestattet – dabei ist auch eine Ultraweitwinkellinse. Bei Tageslicht produziert das Handy angemessene Bilder, aber sobald sich die Lichtverhältnisse verschlechtern, werden die Fotos äusserst grobkörnig. Insbesondere die 25-MP-Selfiekamera scheint hin und wieder Probleme aufzuweisen, was den Farbabgleich angeht. So kamen Selfies beim Test in einer gewissen Belichtung stets mit einem intensiven Blaustich hervor. Bei besseren Lichtverhältnissen trat dieses Problem aber nicht wieder auf.

Der Preis

Das Fairphone 4 gibt es seit dem 25. Oktober zum Beispiel bei Digitec.ch mit 128 GB Speicher für 579 Franken und mit 256 GB Speicherplatz für 639 Franken zu kaufen.

Fazit

Wer Wert auf die Nachhaltigkeit elektronischer Geräte legt, für den ist das Fairphone 4 sicherlich eine gute Wahl. Zwar kann das Gerät nicht mit der Spitzenklasse der modernsten Smartphones mithalten, das Handy schlägt sich im Test aber bestens und zeigt eine solide Performance. Ausserdem handelt es sich um das erste Fairphone-Gerät, das 5G-Technologie unterstützt.

Wer ein Fairphone 4 kauft, kann ausserdem längerfristig auf die Unterstützung des Herstellers vertrauen, denn das Gerät kommt mit fünf Jahren Garantie daher. Dabei muss man sich aber bewusst sein, dass die Nachhaltigkeit nicht beim Gerät alleine endet. So sind in der Box, in der das Handy geliefert wird, weder ein Ladekabel, noch ein SIM-Karten-Tool oder Kopfhörer zu finden. Diese sollten von früheren Geräten also unbedingt behalten werden.

Digital-Push

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