Gewalt im Juniorenfussball: Fairplay ist oft ein Fremdwort
Aktualisiert

Gewalt im JuniorenfussballFairplay ist oft ein Fremdwort

Gleich
zwei St. Galler Kanti-Schüler untersuchten in ihrer Maturaarbeit, wie gewalttätig die Junioren-Fussballer der Region sind. Die Ergebnisse
sind alarmierend.

von
Sascha Schmid

«Im Fussball redet man immer von Fairplay. Die Realität sieht aber anders aus», sagt Ramon Germann (18). Das weiss der Schüler der Kanti am Burggraben nicht nur aus eigener Erfahrung als Fussballer, sondern auch wegen seiner Maturaarbeit. Seine Umfrage bei knapp 50 jungen Fussballern zeigt: 80 Prozent finden, dass der Juniorenfussball immer aggressiver und brutaler werde. «Diese Entwicklung macht mir Sorgen», so Germann.

Gleich geht es Prisco Frei (18), der ebenfalls über das Thema geschrieben hat. «Gewalt im Juniorenfussball – Wie erschreckend ist die Wahrheit wirklich?» heisst seine Arbeit. Freis Fazit: «Es ist schlimmer, als man denkt.» So hat seine Umfrage ergeben, dass bei den A-Junioren fast jeder Zweite schon tätlich angegriffen, aber nur jeder Fünfte einmal vom Platz gestellt wurde. «Die Schiris pfeifen nicht hart genug», folgert Frei. Kollege Germann gibt aber zu bedenken, dass der Unparteiische nicht alles sehen kann. Darum wünscht er sich einen zivilen Beobachter. Die Maturanden wollen aber auch die Trainer stärker in die Verantwortung nehmen. «Als Vorbilder müssen sie Fairness vorleben», so Frei.

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