Bezirksgericht Zürich: Fake-Firmen-Betrüger muss 3 Jahre hinter Gitter
Aktualisiert

Bezirksgericht ZürichFake-Firmen-Betrüger muss 3 Jahre hinter Gitter

Mit Fake-Firmen, Erbschleicherei und riskanten Diamantgeschäften hat ein Kaufmann Millionen von Franken ergaunert. Dafür muss er über drei Jahre ins Gefängnis.

von
A. Szenogrady
Eine unbedingte Freiheitsstrafe von 37 Monaten hat der Haupttäter vom Bezirksgericht Zürich kassiert.

Eine unbedingte Freiheitsstrafe von 37 Monaten hat der Haupttäter vom Bezirksgericht Zürich kassiert.

Das Bezirksgericht Zürich hat einen heute 46-jährigen Kaufmann aus der Innerschweiz wegen Betrugs, ungetreuer Geschäftsbesorgung, Veruntreuung sowie weiteren Nebendelikten zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 37 Monaten verurteilt. Zudem wurde er verpflichtet, dem Kanton Zürich eine Ersatzforderung von 100'000 Franken zu bezahlen.

Ein heute 47-jähriger Komplize aus Zug kassierte wegen Gehilfenschaft zu mehrfacher ungetreuer Geschäftsführung, Veruntreuung sowie Urkundenfälschung eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren. 17 Monate davon soll er verbüssen. Auch er soll dem Staat eine Ersatzforderung von 100'000 Franken abliefern.

14 gutgläubige Anleger getäuscht

Mit diesem nun eröffneten Urteil ist das Gericht in weiten Teilen der Anklage gefolgt. Demnach haben die beiden Kaufleute zwischen Frühjahr 2010 und Ende 2012 mittels wertlosen Papier- und Geistergesellschaften mit hochtrabenden Namen wie swiss-directly, Avarus Suisse Holdng AG oder Airport-CarWash AG mehrere Millionen Franken erschwindelt.

Alleine eine halbe Million Franken verloren 14 gutgläubige deutsche Anleger, die ihr Geld dem selbstsicher auftretenden Hauptbeschuldigten anvertrauten und nicht mehr wiedersahen. Der in der Sache grundsätzlich geständige Hochstapler hatte ihnen wahrheitswidrig Zinserträge bis zu siebeneinhalb Prozent in Aussicht gestellt.

Auch römisch-katholische Kirche geprellt

Der Beschuldigte hatte sich auch als gewiefter Erbschleicher betätigt. So amtete er als Willensvollstrecker einer betagten Dame, die ihre Vermögen von rund 200 000 Franken der römisch-katholischen Kirche vermacht hatte. Eine geprellte Kirchgemeinde wartet bis heute noch auf den Betrag. So hatte der Beschuldigte die Gelder für sich abgezweigt und in riskante Geschäfte mit Rohdiamanten in Südafrika gesteckt. Der Täter wurde verpflichtet, für den Schaden der Veruntreuung aufzukommen.

Aus dem Urteil geht hervor, dass die Beschuldigten im November 2012 festgenommen worden waren und danach 548 Tage sowie 524 Tage in Untersuchungshaft verbrachten. Damit haben beide Schweizer Staatsangehörigen bereits weit über ein Jahr der Sanktionen verbüsst. Sie wurden verpflichtet, den Schaden der Anlagebetrüge grösstenteils zu ersetzen.

Deine Meinung