Sponsianus: Mysteriöser römischer Kaiser hat tatsächlich existiert

Aktualisiert

SponsianusMysteriöser römischer Kaiser hat tatsächlich existiert

Über 2000 Jahre alte Münzen beweisen die Existenz des römischen Kaisers Sponsianus. Er soll Heerführer und Kaiser der jahrelang isolierten Region Dakien gewesen sein.  

von
Mara Wehofsky
1 / 4
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität von Glasgow veröffentlichten eine Studie, die beweisen soll: Fake-Kaiser Sponsianus hat wirklich existiert.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität von Glasgow veröffentlichten eine Studie, die beweisen soll: Fake-Kaiser Sponsianus hat wirklich existiert.

© 2022 Pearson et al.
Kratzer auf den Münzen deuten auf die wirkliche Nutzung der Münzen über Jahre hinweg hin. Experten hatten ein Jahrhundert zuvor die Münzen aufgrund ihres ungewöhnlichen Stils als Fälschungen deklariert.

Kratzer auf den Münzen deuten auf die wirkliche Nutzung der Münzen über Jahre hinweg hin. Experten hatten ein Jahrhundert zuvor die Münzen aufgrund ihres ungewöhnlichen Stils als Fälschungen deklariert.

© 2022 Pearson et al.
Unter dem Mikroskop wird deutlich: Das sind echte Gebrauchsspuren.

Unter dem Mikroskop wird deutlich: Das sind echte Gebrauchsspuren.

© 2022 Pearson et al.

Darum gehts

  • Forscherinnen und Forscher der Universität von Glasgow konnten die Echtheit antiker Münzen aus dem Römischen Reich belegen.

  • Gebrauchsspuren und jahrhundertealte Erde sollen die Authentizität der Münzen beweisen.

  • Der Fund gilt als erster Beweis für die Existenz des  abgebildeten Kaisers Sponsianus. 

  • Er soll Heerführer und Kaiser in der isolierten römischen Provinz Dakien gewesen sein.

«Wir haben einen Kaiser gefunden», sagt der Professor Paul Pearson vom University College London gegenüber «BBC News». Er und seine Kolleginnen und Kollegen an der Universität von Glasgow haben einen geschichtsverändernden Fund gemacht: Goldmünzen mit dem Gesicht des Sponsianus, welche seit ihrer Entdeckung als Fälschungen deklariert wurden, stellten sich nun als echt heraus.

Kratzer belegen Authentizität

Die Münzen wurden vor 300 Jahren in Transsilvanien im heutigen Rumänien entdeckt und zeigen das Gesicht des Sponsianus. Transsilvanien gehörte einst zum römischen Reich und Sponsianus soll zur Regierungszeit des Philippus Arabs (224 bis 249) Anspruch auf das Amt des römischen Kaisers erhoben haben. Im 19. Jahrhundert wurden die Münzen als Fälschung deklariert, nachdem Henry Cohen, der damalige Münzexperte der Nationalbibliothek Frankreichs, sie aufgrund ihres ungewöhnlichen Stils als schlecht gemachte Imitation deklarierte. Weitere Spezialisten stimmten seiner Einschätzung zu und somit verschwanden die Münzen in den Archiven. 

Pearson beschäftigte sich über hundert Jahre später mit Bildern der Münzen und entdeckte Kratzer, welche seiner Einschätzung nach durch die reelle Zirkulation der Münzen zustande gekommen sein könnten. Daraufhin fragte Pearson die Originale in der Universität von Glasgow an. Unter einem starken Mikroskop konnte er Kratzer ausfindig machen, die typisch für Münzen sind, welche über einen längeren Zeitraum aneinander gerieben sind, zum Beispiel innerhalb einer Tasche. Zudem sollen chemische Analysen Rückstände von Erde offenbart haben, die auf das Vergraben der Münzen für Hunderte von Jahren hinweisen. Diese Markierungen gelten nun als Beweise für die Authentizität der Münze und somit auch des Kaisertums des Sponsianus, wie es in der am 23. November veröffentlichten Studie heisst.

Kaiser Sponsianus, hast du schon mal von ihm gehört?

Sponsianus, Heerführer der isolierten Provinz Dakien

Diese Erkenntnis lässt den Mythos des Sponsianus in neuem Licht erscheinen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schreiben: «Die Kombination von Münzfunden und historischen Aufzeichnungen legt nahe, dass er höchstwahrscheinlich ein Heerführer in der isolierten römischen Provinz Dakien, während der militärischen Krise der 260er Jahre n. Chr. war und dass seine grob gefertigten Münzen eine funktionierende Geldwirtschaft unterstützten, die lokal für einen beträchtlichen Zeitraum fortbestand.» Dakien bestand grösstenteils aus Gebieten im heutigen Rumänien und Ungarn. Diese Theorie würde auch die Unterschiede der Goldstücke im Vergleich zu herkömmlich im römischen Reich genutzten Münzen erklären.

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

Deine Meinung

3 Kommentare