Basel: Fake-Nachrichten verunsichern Partygänger
Aktualisiert

BaselFake-Nachrichten verunsichern Partygänger

Ein vermeintlicher 20-Minuten-Artikel meldet eine Ansteckung in der Basler Soho-Bar. Die Nachricht kursiert seit Samstag auf Whatsapp. Nur: Der Artikel ist eine plumpe Fälschung. Für die betroffene Bar hatte das bereits Folgen.

von
Lukas Hausendorf
1 / 6
Dieser angebliche Screenshot eines 20-Minuten-Artikels kursiert seit Samstag auf Whatsapp. Es handelt sich dabei um einen Fake.

Dieser angebliche Screenshot eines 20-Minuten-Artikels kursiert seit Samstag auf Whatsapp. Es handelt sich dabei um einen Fake.

Die populäre Bar in der Basler Ausgehmeile Steinenvorstadt spürte die Konsequenz der Falschnachricht unmittelbar. «Am Samstag blieb unser Lokal halb leer», sagt Soho-Besitzer Arton Krasniqi.

Die populäre Bar in der Basler Ausgehmeile Steinenvorstadt spürte die Konsequenz der Falschnachricht unmittelbar. «Am Samstag blieb unser Lokal halb leer», sagt Soho-Besitzer Arton Krasniqi.

Die Basler Partymeile geriet im Mai in die Schlagzeilen, als am ersten Wochenende, nachdem Bars und Restaurants wieder öffnen durften, so viele Nachtschwärmer die Lokale fluteten, dass die Mindestabstände nicht mehr eingehalten werden konnten.

Die Basler Partymeile geriet im Mai in die Schlagzeilen, als am ersten Wochenende, nachdem Bars und Restaurants wieder öffnen durften, so viele Nachtschwärmer die Lokale fluteten, dass die Mindestabstände nicht mehr eingehalten werden konnten.

Darum gehts

  • Ein Fake-Artikel verbreitet die Falschnachricht einer Ansteckung in der Basler Soho Bar.
  • Für die betroffene Bar hatte der Artikel, der als Screenshot auf Whatsapp kursiert bereits Folgen.

«Corona-Fall jetzt auch in der Basler Bar ‹Soho› aufgetaucht», soll 20 Minuten am Samstag getitelt haben. Ein Screenshot eines so lautenden Artikels kursiert derzeit auf Whatsapp. Das Soho ist eine populäre Bar in der Basler Ausgehmeile Steinenvorstadt. Nur: Diese Schlagzeile wurde zu keinem Zeitpunkt auf 20 Minuten publiziert, der Artikel ist eine Fälschung.

Die Fake-News verfehlte allerdings ihre Wirkung nicht. «Unser Lokal war am Samstagabend halb leer», sagt Soho-Besitzer Arton Kransniqi. Er hatte am Nachmittag bereits vom Artikel erfahren, als er noch nicht wusste, dass es sich um einen Fake handelte. «Wir haben das sehr Ernst genommen und umgehend beim Universitätsspital angerufen, um zu erfahren, ob wir das Lokal schliessen müssen», erzählt er.

Im Fake-Artikel war die Rede davon, dass ein Besucher der populären Bar in der Steinenvorstadt am Samstagmorgen mit Corona-Symptomen ins Universitätsspital gebracht wurde. Der Artikel strotzt vor orthografischen und inhaltlichen Fehlern.

Dem Basler Gesundheitsdepartement ist denn auch keine Covid-19-Infektion eines Besuchers der Bar bekannt. «Stand Sonntagnachmittag 15 Uhr haben wir keine Kenntnis von einer Ansteckung in der Basler Soho Bar», stellt Sprecherin Anne Tschudin klar. Die Neuinfektionen der letzten Tage in Basel-Stadt seien nicht in Zusammenhang mit einer Bar oder einem Club gestanden.

20 Minuten behält sich wegen der Fälschung rechtliche Schritte vor.

So wird eine Ansteckung gemeldet

Kommt es in einer Bar oder einem Club zu einer Corona-Infektion, wird das betroffene Lokal von den zuständigen kantonalen Gesundheitsbehörden darüber informiert, sofern die infizierte Person wahrheitsgetreue Angaben über ihren Aufenthaltsort gemacht hat. In der Regel ist der kantonsärztliche Dienst für die Nachverfolgung der Kontakte (Contact Tracing) zuständig. Die dafür nötige Kontaktliste erhalten sie vom betroffenen Lokal, das diese Angaben von seinen Gästen im Rahmen des Schutzkonzepts erheben muss. Gelingt es den Contact Tracern nicht, innert Kürze alle Personen zu kontaktieren, die zeitgleich mit der infizierten Person im Lokal waren, weil etwa die Kontaktangaben der Gäste falsch waren, kann ein öffentlicher Aufruf via Medien erfolgen. Dies ist beim sogenannten Superspreading-Event im Flamingo-Club Zürich geschehen. Der Bundesrat hat in der Folge verlangt, dass die Clubs und Bars sicherstellen müssen, dass die Kontaktangaben der Gäste korrekt sind.

Deine Meinung