Aktualisiert 13.08.2018 11:15

Spoofing

Fake-Polizisten locken Opfer in fremde Kantone

Nachdem den Ermittlern schon mehrere falsche Polizisten ins Netz gegangen sind, versuchen es die Betrüger jetzt in der Region Basel mit einer neuen Masche.

von
lha
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Fake-Polizisten haben in Basel bereits fast eine Million Franken erbeutet. Wobei dies nur die Deliktsumme der polizeilich bekannten Fälle ist.

Fake-Polizisten haben in Basel bereits fast eine Million Franken erbeutet. Wobei dies nur die Deliktsumme der polizeilich bekannten Fälle ist.

Keystone/Martin Gerten
Die Täter haben nun eine neue Masche und veruschen ihre Opfer in fremde Kantone zu locken. Die Polizei betont: Sie würde niemals Personen anrufen und dazu auffordern, Geld abzuheben.

Die Täter haben nun eine neue Masche und veruschen ihre Opfer in fremde Kantone zu locken. Die Polizei betont: Sie würde niemals Personen anrufen und dazu auffordern, Geld abzuheben.

JSD Basel-Stadt
Mit einem Flyer versucht die Basler Kantonspolizei die Bevölkerung aufzuklären.

Mit einem Flyer versucht die Basler Kantonspolizei die Bevölkerung aufzuklären.

JSD Basel-Stadt

Mindestens drei falsche Polizisten gingen der echten Basler Polizei bereits ins Netz. Für mehrere Tatverdächtige wurde bereits Untersuchungshaft angeordnet. Zudem gelang es der Kantonspolizei mehrmals, die Übergabe hoher Bargeldbeträge im letzten Moment zu verhindern.

Jetzt versuchen es die falschen Polizisten mit einem neuen Trick, um in den Besitz von Bankguthaben zu gelangen, wie die Basler Staatsanwaltschaft am Mittwoch warnte. So suchen die Täter ihre potentiellen Opfer neuerdings in anderen Kantonen und fordern sie auf, ihr Geld «aus Gründen der Sicherheit» persönlich nach Basel zu bringen. Dort würde es dann von einem «Polizisten» in Empfang genommen. Umgekehrt würden Basler angewiesen, ihr Geld in eine andere Stadt zu bringen.

Internettelefonie verschleiert wahre Identität

Beim sogenannten Spoofing rufen die Täter ihre Opfer unter einer gefälschten Rufnummer an. Auf dem Display erscheint dann jeweils eine offizielle Amtsnummer, etwa von einem Polizeiposten. Der Diebstahl fremder Telefonnummern ist dank Internettelefonie möglich und ermöglicht es, die wahre Identität der Anrufer zu verschleiern. Diese sitzen laut Staatsanwaltschaft meistens im Ausland.

Die Täter sprechen ihre Opfer oft in geschliffenem Hochdeutsch an und teilen ihnen mit, dass ihre Bankguthaben nicht mehr sicher seien. Deshalb sollen sie ihr Vermögen abheben und dann – mitsamt Schmuck und anderen Wertsachen – einem Polizisten zu sicheren Verwahrung aushändigen.

Betrüger haben es auf Betagte abgesehen

Die Basler Kantonspolizei hat bereits mit einem Flyer mit Verhaltenstipps auf die Betrugsmasche reagiert. Auch haben die Kantonspolizeien eine Internetseite zum Thema Telefonbetrug eingerichtet. Gemäss Daten dieser Seite haben die Betrüger gezielt betagte Menschen im Visier.

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