28.06.2020 06:17

Flauschige Überraschung

Falken-Pärchen bringt Küken in Blumenkiste zur Welt

Im Entlebuch nistet derzeit eine Turmfalken-Familie in einem Geranien-Kasten. Da staunt sogar der Vogelexperte.

von
Simon Ulrich
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Seit einigen Wochen nistet in Wolhusen LU eine Turmfalken-Familie in einem alten Geranienkasten.

Seit einigen Wochen nistet in Wolhusen LU eine Turmfalken-Familie in einem alten Geranienkasten.

zvg
Laut Angaben der Leserin sind bisher drei Junge geschlüpft.

Laut Angaben der Leserin sind bisher drei Junge geschlüpft.

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«Die drei Küken sind megahärzig und rufen ständig nach Essen», erzählt Deliah Ruckstuhl (21), deren Eltern in dem Haus leben.

«Die drei Küken sind megahärzig und rufen ständig nach Essen», erzählt Deliah Ruckstuhl (21), deren Eltern in dem Haus leben.

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Darum gehts

  • Bei einem Bauernhaus im Entlebuch hat sich ein Turmfalken-Pärchen eine alte Blumenkiste als Brutplatz ausgesucht.
  • Leserin Deliah Ruckstuhl ist entzückt ob der drei frisch geschlüpften Küken.
  • Auch einen Vogelkenner überrascht die Turmfalken-Brut im Geranienkasten. Abwegig erscheint sie ihm dennoch nicht.

Einen aussergewöhnlichen Ort, um seine Jungen auszubrüten, hat sich ein Turmfalken-Paar aus Wolhusen LU ausgesucht – nämlich eine alte Geranienkiste, die sich im zweiten Stock eines Bauernhauses befindet. Durch das Fenster hat man freie Sicht auf den flauschigen und fiependen Nachwuchs. «Die drei Küken sind megahärzig und rufen ständig nach Essen», erzählt Deliah Ruckstuhl (21), die in Langnau BE lebt und ihre Eltern im Entlebuch regelmässig besucht.

Vor ein paar Wochen bemerkte Ruckstuhl, dass sich im Blumenkasten Eier befanden. «Beim nächsten Besuch waren die Jungen bereits geschlüpft», erzählt sie. Es sei faszinierend zu beobachten, wenn Papa- oder Mama-Falke jeweils angeflogen kämen. Die Eltern seien überaus zutraulich: «Ich konnte mehrere Fotos schiessen, ohne dass sie weggeflogen sind.»

Warum das Falkenpärchen für seine Brut ausgerechnet einen Blumenkasten auserkoren hat, weiss Ruckstuhl nicht. Jedoch gebe es noch ein weiteres Nest auf der Heubühne des Hauses, in dem alljährlich Falken gastieren und das auch jetzt besetzt sei. «Vielleicht ist das Pärchen deshalb auf die Geranienkiste am Fenster ausgewichen», vermutet die junge Frau.

«Ziemlich ungewöhnlich»

Als «ziemlich ungewöhnlich» erachtet auch Vogelexperte Stefan Bachmann die Turmfalken-Brut im Geranienkasten. «Offen gesagt habe ich noch nie von so einem Fall gehört», sagt der Medienverantwortliche von Birdlife Schweiz. Ursprünglich Felsenbrüter, bringen die kleinen Greifvögel ihren Nachwuchs heutzutage oftmals in Kirchtürmen, Scheunen oder Gebäudenischen zur Welt. «Auch spezielle halboffene Nistkästen sowie alte Krähennester, die sowohl Schutz als auch einen freien Anflug bieten, nehmen Turmfalken gerne an», sagt Bachmann. Eine Geranienkiste an der Aussenseite eines Hauses sei mit solchen Nisthilfen durchaus vergleichbar.

Wichtig sei in solchen Fällen, die Vögel beim Brüten nicht zu stören. «Werden die Eier nicht permanent bebrütet, erkalten sie und die Jungen können nicht schlüpfen», erklärt der Vogelexperte. Möglich sei bei häufiger Störung auch, dass die Falken ihre Brut gleich ganz aufgeben und das Weite suchen.

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13 Kommentare
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Christina

29.06.2020, 06:54

Bitte mehr solche Dinge und weniger politische Inhalte. Ich möchte hier weniger über Klimawandel, Rassismus, Frauenrechte, Corona und dergleichen lesen und mehr Dinge aus dem Leben.

Marie

28.06.2020, 10:15

Endlich mal ein gutes Thema. Ich will mehr über solche Themen lesen und weniger über Corona, Klima- und Rassenhysterie und weitere Themen, die für die Schweiz nicht relevant sind.

Sehr schön

28.06.2020, 09:39

Sehr schön! Einmal eine erfreuliche Nachricht. Bitte bringt mehr solche Dinge!