Fall Buhwil: Freunde des Opfers verdächtigt
Aktualisiert

Fall Buhwil: Freunde des Opfers verdächtigt

Mit mehereren Schüssen wurde der Appenzeller Robert K. (27) getötet. Jetzt, zehn Jahre später, sollen zwei Freunde des Opfers angeklagt werden. Sie bestreiten die Tat.

Eine Frau fand am 9. Februar 1997 um 7.57 Uhr vor dem Armbrustschützenhaus in Buhwil die Leiche des 27-jährigen Robert K. Der aus Appenzell Ausserrhoden stammende Mann war auf dem gekiesten Parkplatz mit mehreren Schüssen getötet worden. Ermittlungen ergaben, dass Robert K. mit dem Mofa am Abend vor seiner Ermordung von Herisau nach Gossau gefahren war.

Der Thurgauer Kripochef René Ambord und der Untersuchungsrichter Stefan Haffter haben gestern in Frauenfeld, zehn Jahre nach dem Mord, erklärt, dass das Strafverfahren kurz vor dem Abschluss stehe. Die Akten gingen an die Staatsanwaltschaft zur Anklageerhebung. Angeklagt werden sollen ein heute 33- und ein 36-Jähriger. Beide hatten laut Ambord bis zur Tat «enge und intensive Kontakte» zu Robert K. Als Tatmotiv wird Bereicherungsabsicht angenommen.

Der Getötete hatte eine Lebensversicherung zu Gunsten des 36-Jährigen abgeschlossen. «Diese Versicherung gab es tatsächlich», sagte Haffter gestern. Der 36-Jährige wurde mehrmals festgenommen und sitzt seit März 2004 in U-Haft, sein 33-jähriger Freund seit November 2003. Ihm konnte mit Hilfe einer DNA-Spur nachgewiesen werden, dass er sich zur Tatzeit am Tatort aufgehalten hatte. Die beiden Angeschuldigten bestreiten eine Beteiligung an der Tat vehement.

Felix Burch

«Cold Cases» bleiben heiss

«Wie sich im Fall Buhwil wieder einmal zeigte, vergisst die Kripo auch ‹alte Fälle› nicht», sagt René Ambord. Es gehöre zur Routine, so der Thurgauer Kripo-Chef, dass alle Erkenntnisse aus laufenden Verfahren oder Hinweise aus der Bevölkerung auch dahingehend überprüft werden, ob sie die Polizei bei so genannten Cold Cases einen Schritt weiterbringen können. Täter müssen also auch Jahre nach der Tat mit Ermittlungen rechnen.

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