Fall Maria K. für Behörden noch nicht abgeschlossen
Aktualisiert

Fall Maria K. für Behörden noch nicht abgeschlossen

Der mutmassliche Doppelmörder Gabor S. ist nach Deutschland ausgeliefert worden. Er wird nach wie vor verdächtigt, auch eine Frau aus Rotkreuz getötet zu haben.

von
Daniela Gigor

Der Fall der seit Juni 2007 vermissten Maria K. (47) aus Rotkreuz ist weiter ungeklärt. Der unter dringendem Tatverdacht stehende Deutsche Gabor S. (36) wurde nun dennoch aus der U-Haft in Zug entlassen. «Beim vorliegenden Ermittlungsstand war eine weitere Untersuchungshaft nicht mehr nötig», sagt Sandor ­Horvath, Sprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden.

Ein Geständnis hat S. in Zug nie abgelegt (siehe Info-Box). Laut Horvath hat er den Ermittlern angegeben, dass Maria K. nach einem Streit aus seinem fahrenden Auto gesprungen und dabei gestorben sei. Er habe die Tote dann in den Rhein geworfen. Ihre Leiche wurde bis heute nicht gefunden.

Gabor S. wurde am Dienstag nach Deutschland ausgeliefert, wie das Bundesamt für Justiz gestern gegenüber 20 Minuten bestätigte. Er wird dort für zwei Morde verantwortlich gemacht. Für die Zuger Behörden ist der Fall damit aber nicht abgeschlossen. «Die Staatsanwaltschaft prüft jetzt, ein Strafübernahmebegehren zu stellen», so Horvath. Demnach würde S. in Deutschland auch für allfällige Straftaten in der Schweiz beurteilt.

Sprungk hat nie ein Geständnis abgelegt

Im Juli 2008 haben verschiedene Medien in der Schweiz und in Deutschland ­berichtet, dass Gabor Sprungk zugegeben habe, Maria Kämpf-Ribeiro getötet zu haben. Sie bezogen sich dabei angeblich auf ­eine Aussage des Staatsanwalts Hendrik Weber aus Halle. Dieser war gestern für eine ­Stel­lung- nahme nicht erreichbar, dafür sein Pressesprecher Klaus Wiechmann. Er widerspricht den Meldungen über ein Geständnis. «Ich glaube kaum, dass Weber diese Aussage gemacht hat», sagte Wiechmann gegenüber 20 Minuten.

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