Aktualisiert 18.04.2005 15:40

Fall Röschenz: Bischof schliesst Internet-Forum

Neue Runde im Streit zwischen Bischof Koch und der aufmüpfigen Kirchgemeinde Röschenz: Das virtuelle Gästebuch des Bistums Basels, wo bis vor kurzem zahlreiche Beiträge zu diesem Streit zu lesen waren, wurde kurzerhand geschlossen.

Im Internet-Gästebuch des Bistums Basel gibt es im Fall Sabo keine Zensur mehr - das Forum wurde kurzerhand geschlossen. Jetzt wurde das Gästebuch zu geklappt - «vorübergehend» wie es im Internet heisst.

«Es scheint uns die bessere Lösung zu sein, als Einträge zu löschen und Zensoren zu spielen», begründet Hans-E. Ellenberger, der Informationsbeauftragte des Bistums Basel, im Internet den Entscheid zur Schliessung des Gästebuchs. Dieses hatte nach Auskunft Ellenbergers zum Fall Sabo zwischen 35 und 40 Einträge und Reaktionen auf solche enthalten.

Ein Dutzend Einträge gelöscht

Rund ein Dutzend Einträge habe noch er vor der Schliessung des Gästesbuchs gelöscht, sagte Ellenberger weiter. Die zensurierten Äusserungen, die sowohl von Sympathisierenden des angegriffenen Bischofs Kurt Koch wie von Anhängern von Franz Sabo stammten, seien entweder anonym oder beleidigend und verletzend gewesen.

Opfer der Zensur wurde auch der Basler CVP-Grossrat Stephan Gassmann, wie die «Basler Zeitung» berichtete. Der ehemalige Präsident der römisch-katholischen Synode Basel-Stadt hatte Bischof Koch als autoritär kritisiert, weil er schweige statt mit Sabo und der Kirchgemeinde Röschenz zu sprechen.

Gassmann ist überzeugt, sich anständig ausgedrückt zu haben. «Was beleidigend ist, definieren wir», sagt dagegen der Informationsbeauftragte.

Für Gassmann kommt die Schliessung des Internet-Gästebuchs nicht überraschend: Diese Massnahme sei das jüngste Beispiel für die fehlende Konfliktfähigkeit von Bischof Koch, sagte Gassmann auf Anfrage der sda.

Schweigen zu Kirchgemeinde-Entscheid

Nichts Neues war am Montag vom Bistum Basel zum Fall Röschenz zu erfahren. Letzten Dienstag hatten 415 Angehörige der Kirchgemeinde einstimmig beschlossen, ihren Seelsorger Franz Sabo nicht wie vom Bischof angeordnet per Ende September zu entlassen. Bisher hat das Bistum Basel zu diesem in der Schweiz einmaligen Fall nicht Stellung genommen.

Bischof Kurt Koch hatte im März angekündigt, er werde dem Röschenzer Pfarradministrator Franz Sabo die Missio Canonica, den für die Ausübung seines Amt nötigen kirchlichen Auftrag, entziehen. Grund dafür sind die scharfen Attacken, die Sabo immer wieder gegen den Bischof und die Hierarchie in der römisch-kathlolischen Kirche geritten hatte.

(sda)

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