Aktualisiert 28.11.2004 20:26

Fall Ruben: Aktionen nicht kindertauglich

Demo und Gegendemo: Rund 50 Personen haben am Samstag auf den Fall Ruben aufmerksam gemacht. Fachleute sind skeptisch.

«Bei solchen Aktionen steht das Wohl des Kindes nicht im Vordergrund», kommentiert Andrea Burgener Woeffray, Präsidentin von Kinderschutz Schweiz, die Kundgebungen vom Samstag. Auf dem Rathausplatz trafen sich Freundinnen der Mutter und Freunde des Vaters und lieferten sich ein «Elternduell». Mit Transparenten, Blumen und Gesang bekundeten sie ihren Unmut über die verfahrene Situation. Lucille Hunkeler hatte Ruben letzten Dezember aus Italien entführt und ist seither mit dem Fünfjährigen untergetaucht. Denn die Gerichte haben Vater Stefano Bianchi das Sorgerecht zuerkannt.

Inzwischen sucht die Polizei nach Mutter und Kind. Ob Ruben jetzt mit Foto zur Fahndung ausgeschrieben ist, wollte die Polizei gestern nicht kommentieren. Für Vater Stefano Bianchi scheint jedoch klar, dass der Einsatz der Luzerner Ermittler nicht genügt. Er hat sich deshalb an den Bundesrat gewandt: «Ich hoffe auf Christoph Blocher, der mit dem italienischen Justizminister in Kontakt steht.»

Für Andrea Burgener Woeffray ist das Verhalten der Eltern untragbar: «Diesen Konflikt haben die Erwachsenen provoziert, sie sollten ihn auch lösen.»

(sam)

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