Fall Ruben: Verfahren gegen Mutter in Italien
Aktualisiert

Fall Ruben: Verfahren gegen Mutter in Italien

Das Verfahren gegen die Mutter des entführten Ruben wird nun definitiv von der italienischen Justiz geführt.

Dies haben die Luzerner Strafuntersuchungsbehörden am Montag nach einem Treffen mit dem zuständigen Staatsanwalt in Italien mitgeteilt.

Die Delegation aus Luzern sei am Sonntag nach einem mehrtägigen Aufenthalt aus Italien zurückgekehrt. Die Mutter von Ruben, eine ehemalige Luzerner Radrennfahrerin, habe die Delegation nicht getroffen - das sei aber auch nicht geplant gewesen.

Zuständigkeiten geklärt

Die Reise habe einerseits dem Informationsaustausch mit der italienischen Polizei gedient. Zudem seien die Zuständigkeiten geklärt worden.

Das Verfahren gegen die 32-jährige Mutter werde nun definitiv von Italien geführt. Federführend sei der zuständige Staatsanwalt Luigi Boccia aus Pistoia.

Am Freitag hatte Boccia gesagt, die Mutter von Ruben werde demnächst mit ihren beiden anderen Kindern von einem Römer Gefängnis in ein Institut bei Florenz verlegt. Dort werde sie unter Hausarrest stehen.

Der achtjährige Ruben lebt bei seinem Vater, einem italienischen Sportarzt, in der Provinz Pistoia in der Toskana.

Drei Verfahren in der Schweiz

Der Kanton Luzern werde die bereits eingeleiteten Verfahren gegen jene drei Personen weiterführen, die unter Verdacht stehen, der Mutter bei der Entführung von Ruben aktiv geholfen zu haben.

Laut Simon Kopp, dem Sprecher der Strafuntersuchungsbehörden, befinden sich darunter auch jene zwei Personen, welche die Polizei am 4. November in St. Moritz vorübergehend festgenommen und befragt hatte; auch wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt.

Die Identität der dritten involvierten Person gibt die Luzerner Polizei laut Kopp nicht bekannt.

Die Erkenntnisse der italienischen Justiz werden laut der Mitteilung in diese Verfahren einfliessen. Sollte sich die Verdachtslage gegen weitere Personen erhärten, so würden entsprechende Verfahren eingeleitet.

Ruben war nach der Scheidung der Eltern dem Vater zugesprochen und von der Mutter zweimal entführt worden. Sie war im August 2004 untergetaucht und mit einem internationalen Haftbefehl wegen Entführung gesucht worden.

Ende Oktober war die schweizerisch-italienische Doppelbürgerin in Mosambik verhaftet und nach Italien ausgeschafft worden. Sie war mit falschen Papieren eingereist. Neben Ruben hatte sie auch ihre zwei anderen Kinder bei sich, die von einem anderen Vater stammen.

(sda)

Deine Meinung