Fall Seebach: Nur zwei Verdächtige angeklagt
Aktualisiert

Fall Seebach: Nur zwei Verdächtige angeklagt

Der Fall der angeblichen Massenvergewaltigung einer Minderjährigen in Zürich-Seebach warf hohe Wellen. 13 Jugendliche wurden verhaftet. Doch nun kommt wohl nur ein Verdächtiger wegen Vergewaltigung vor Gericht, ein weiterer wegen sexueller Handlungen mit einem Kind.

Vor einem Jahr soll die 13-jährige Michelle von ihrem Freund und 13 Kollegen mehrmals vergewaltigt worden sein. Für Aufregung sorgte damals besonders, dass die 15 bis 18 Jahre alten Verdächtigen Ausländer oder eingebürgerte Ausländer waren. Inzwischen scheint jedoch klar, dass die Jugendstaatsanwaltschaft nur dem 17-jährigen Hauptverdächtigen eine Vergewaltigung nachweisen kann, wie der «Tages-Anzeiger» heute berichtet. Die Verteidigerin des Jungen erklärte gegenüber der Zeitung: «Die Vorwürfe wegen mehrfacher Vergewaltigung sind in der Untersuchung zusammengefallen wie ein Kartenhaus.» Sie wird einen Freispruch fordern. Zusätzlich wird der einzige zur Tatzeit erwachsene Verdächtige wegen «sexueller Handlungen mit einem Kind» vor Gericht gestellt. Den anderen Jugendlichen kann keine Beteiligung nachgewiesen werden. Sie werden sich jedoch zum Teil wegen anderer Delikte vor Gericht verantworten müssen.

Bereits Ende September berichtete die «SonnatgsZeitung», dass offenbar keiner der Angeschuldigten ein Geständnis abgelegt habe. Die Mutter eines Verdächtigen kritisierte schon damals die Polizei: «Die haben meinen Sohn einfach vorverurteilt, das ist nicht die feine Art», sagte sie gegenüber 20 Minuten.

jcg

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