Aktualisiert 09.12.2007 08:16

Fall Seebach: Verfahren gegen Polizei

Der Fall Seebach wird für die Ermittler zum Bumerang: Jetzt ermittelt die Zürcher Staatsanwaltschaft gegen Beamte der Stadtpolizei Zürich, weil sie über die Vergewaltigung einer 13-Jährigen auf unzulässige Weise informiert haben.

Peter Rüegger, Chef Ermittlung der Stadtpolizei Zürich, bedauerte letzte Woche, im Zusammenhang mit dem Fall Seebach von «Tätern» statt von «mutmasslichen Tätern» oder «Verdächtigen» gesprochen zu haben.

Ihm sei an der Medienkonferenz vor einem Jahr ein Versprecher unterlaufen, weil er kommunizieren wollte, wie schwerwiegend der Fall Seebach sei. Bei der Polizei stehe stets der Vorfall im Vordergrund und nicht die Personen, sagte Rüegger gegenüber Radio 24. Es sei nicht Aufgabe der Polizei, über Schuld und Unschuld zu urteilen.

Rüeggers Wortwahl an einer Medienkonferenz zur mutmasslichen Massenvergewaltigung in Seebach ist von den Anwälten der beschuldigten Jugendlichen in diversen Medien als «Vorverurteilung» kritisiert worden.

Das sieht auch die Zürcher Justiz so: Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, hat das Zürcher Obergericht die Staatsanwaltschaft ermächtigt, Ermittlungen wegen Amtsgeheimnisverletzung gegen die Stadtpolizei aufzunehmen.

Seine Lehren hat Chefermittler Peter Rüegger bereits gezogen. Er will gegenüber der Sonntagspresse nicht zum laufenden Verfahren Stellung nehmen: «Ob und wie man in einem vergleichbaren Fall künftig informieren wird, muss genau geprüft werden», zitiert die «NZZaS» den Beamten.

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