Aktualisiert 14.08.2005 20:09

Fall Voser: Ärzte mit neuer Strategie

Bei der fatalen Herztransplantation von Rosmarie Voser können andere Todesursachen nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Deshalb droht den Ärzten wohl keine Strafe.

«Die beteiligten Ärzte bestreiten jetzt, dass Rosmarie Voser durch das Herz der

falschen Blutgruppe gestorben ist», sagte Kurt Meier, Anwalt der Hinterbliebenen der «SonntagsZeitung».

Die beiden beschuldigten Herzchirurgen Marko Turina und A.K. wählen damit eine Erfolg versprechende Verteidigungsstrategie, glaubt der Anwalt der Schweizer Patientenorganisation, Peter Schmucki: «Können andere Todesursachen nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, gilt nach der gängigen Rechtssprechung ‹im Zweifel für den Angeklagten›.» Da bei Herztransplantationen wie

bei anderen Operationen ein gewisses Sterberisiko bestehe, können Ärzte strafrechtlich kaum belangt werden, so Schmucki weiter.

Deshalb wird der Fall für die beiden Ärzte – trotz früheren Eingeständnissen – wahrscheinlich keine strafrechtlichen Konsequenzen haben.

(nm)

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