Aktualisiert 17.01.2018 21:54

Stadt Zürich

Falsch bereitgestellter Karton kostet 270 Franken

Für einen nicht korrekt verschnürten Kartonbündel erhielt eine Zürcherin eine saftige Busse. Das sei «Tüpflischiisserei», findet die Betroffene.

von
mon
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Für nicht korrekt verschnürte Kartonbündel gibt es saftige Bussen.

Für nicht korrekt verschnürte Kartonbündel gibt es saftige Bussen.

Keystone/Christian Beutler
Eine Betroffene muss insgesamt 270 Franken deswegen bezahlen – 120 Franken Busse und 150 Franken für die Gebühren.

Eine Betroffene muss insgesamt 270 Franken deswegen bezahlen – 120 Franken Busse und 150 Franken für die Gebühren.

Keystone/Karl Mathis

Eine Zürcherin hatte sich nichts dabei gedacht, als sie am Vorabend ihre Kartonbündel an den Strassenrand stellte. «Karton in Karton, schön ordentlich ineinandergelegt, zugemacht und hinausgestellt», so die Zürcherin zum SRF-Konsumentenmagazin Espresso. Auch am Abend, als sie von der Arbeit nach Hause kam und der Kartonstapel immer noch da stand, dachte sie sich nichts dabei – hätte ja sein können, dass das Sammelfahrzeug später vorbeikomme.

Am nächsten Tag folgte die böse Überraschung. Die Stadtpolizei Zürich klingelte an ihrer Tür. Der Vorwurf: Sie hätte klar gegen die Abfallvorschriften verstossen und erhalte deshalb eine Busse. So weit, so gut: Doch der Schock folgte Ende November, als sie vom Statthalteramt des Bezirks einen Strafbefehl erhielt. Sie müsse 120 Franken Busse und zusätzlich 150 Franken für die Gebühren bezahlen – alles in allem satte 270 Franken.

«Das ist Tüpflischiisserei»

Die Zürcherin ist fassungslos. Sie ging davon aus, dass die Kartonsammler ihren Stapel nicht mitnahmen, weil er nicht verschnürt war. Aber für eine fehlende Schnur ohne Vorwarnung 270 Franken zu bezahlen, sei «Tüpflischiisserei». Sie würde immer alles korrekt entsorgen. Da gebe es ganz andere Fälle, um die man sich kümmern müsste.

Bei Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) sieht man das anders. «Fehlbare Kunden werden teilweise schon zunächst verwarnt», sagt ERZ-Sprecherin Leta Fili zu «Espresso». Wenn aber ganz klar sichtbar sei, dass entweder anderer Abfall im Karton oder der Karton falsch bereitgestellt worden sei, werde direkt eine Busse ausgesprochen.

«Gefahr, dass anderer Abfall entsorgt wird»

Ausserdem gebe es auf der Website und der App von ERZ Merkblätter, die regeln, wie Abfall bereitgestellt werden soll: Karton darf nur gefaltet und geschnürt an die Strasse gestellt werden. Die Gefahr sei sonst gross, dass neben oder im Karton anderer Abfall entsorgt werde.

Andere Städte zeigen sich kulanter, wie eine Umfrage von «Espresso» zeigt: In den meisten Städten würde zuerst eine Verwarnung erfolgen. Ebenso sind die Geldstrafen niedriger. Da hatte die Zürcherin wohl Pech: Auch in anderen Städten ist die Entsorgung von Karton in Schachteln nicht erlaubt, aber

die Kartonsammler drücken da das eine oder andere Auge zu.

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