Aktualisiert 06.02.2008 23:01

Falsche Anthrax-Briefe beschäftigen Kantonslabor

Fast jeden Monat
geht beim Berner
Kantonschemiker ein
Anthrax-Alarm ein. Auch
im Hinblick auf die Euro
muss er mit möglichen
Anschlägen rechnen.

«Die Anthrax-Briefe von 2001 in den USA rufen immer noch dümmliche Nachahmungstäter auf den Plan», sagt Kantonschemiker Otmar Deflorin. 2007 wurden in Bern zwei internationale Institutionen mit weissem Pulver bedroht. Auch ein Politiker erhielt einen Brief mit angeblichen Anthrax-Viren. Nach einem weiteren Alarm in einer Botschaft mussten zwei Pöstler hospitalisiert werden. Zuletzt sorgte im Bundesamt für Migration eine unbekannte Substanz für Schrecken.

«Meistens handelt es sich nur um Backpulver», so Deflorin, «aber es entstehen trotzdem hohe Kosten.» So müssten jeweils Gebäude evakuiert und aufwändige Analysen gemacht werden. Extremisten könnten auch an der Euro 08 zuschlagen: «Es ist nicht auszuschliessen, dass in terroristischer Absicht radioaktive, biologische oder chemische Substanzen eingesetzt werden», so Deflorin. Die Spitäler haben deshalb aufgerüstet – und bei den Fanzonen sollen riesige Zelte stehen, in denen Opfer dekontaminiert werden könnten.

Patrick Marbach

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