Herzogenbuchsee BE : Falsche Gehörlose ziehen Passanten Geld aus der Tasche 

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Herzogenbuchsee BE Falsche Gehörlose ziehen Passanten Geld aus der Tasche 

In Herzogenbuchsee und Münsingen gehen aktuell Personen um, die sich als gehörlos ausgeben und um Geld betteln. Polizei und Gehörlosenbund warnen vor den Trickbetrügern. 

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Der Schweizerische Gehörlosenbund (SGB-FSS) warnt regelmässig vor falschen Gehörlosen. 

Der Schweizerische Gehörlosenbund (SGB-FSS) warnt regelmässig vor falschen Gehörlosen. 

SGB-FSS / Screenshot Video
Sie geben vor, Unterschriften für eine Petition zu sammeln, die einem guten Zweck dient, und verlangen anschliessend Bargeld.

Sie geben vor, Unterschriften für eine Petition zu sammeln, die einem guten Zweck dient, und verlangen anschliessend Bargeld.

SGB-FSS / Screenshot Video
Die Berner Kantonspolizei rät, im Zweifelsfall nicht auf derartige Anfragen einzugehen und Geldspenden zu unterlassen.

Die Berner Kantonspolizei rät, im Zweifelsfall nicht auf derartige Anfragen einzugehen und Geldspenden zu unterlassen.

Kapo Bern 

Darum gehts 

«Achtung, es wird wieder gegaunert im Parkhaus, beim Migros/Coop in Buchsi: Die vermeintlichen Spenden-Sammler für Gehörlose/Gehörgeschädigte sind wieder unterwegs, fallt nicht auf diesen Betrug herein», warnt ein User auf Facebook. Wie er auf Nachfrage erklärt, geben die Betrüger vor, Unterschriften zu sammeln, und verlangen anschliessend Bargeld. «Ein älterer Herr fiel darauf herein und gab ihnen 20 oder 50 Franken», so der Mann zu 20 Minuten. Die Aktion habe er anschliessend der Polizei gemeldet. 

Unterlagen verlangen 

Die Berner Kantonspolizei hat sowohl aus Herzogenbuchsee als auch aus Münsingen Meldungen erhalten, wonach sich Personen als gehörlos ausgaben und Geld sammelten. Sie rät, im Zweifelsfall nicht auf derartige Anfragen einzugehen und Geldspenden zu unterlassen. «Weiter empfehlen wir, einen Einzahlungsschein und die Unterlagen der Zertifizierungsorganisation zu verlangen», so Sprecher Joël Regli. Verdächtige Beobachtungen solle man der Polizei melden – wenn möglich mit Dokumenten, die man von den mutmasslichen Betrügern erhalten hat. 

Bist du einmal auf einen Betrüger reingefallen?

Auch der Schweizerische Gehörlosenbund (SGB-FSS) warnt regelmässig vor falschen Gehörlosen – zuletzt in einer Mitteilung Ende Juni. «Heutzutage betteln Gehörlose und Menschen mit Hörbehinderung nicht auf der Strasse; sie kämpfen in der Gesellschaft um Inklusion, damit sie wie alle hörenden Bürger und Bürgerinnen eine Ausbildung erhalten und einen Arbeitsplatz finden können», schreibt der SGB-FSS. 

«Gehörlosenbund verlangt nie Bargeld»

Als gemeinnützige Non-Profit-Organisation mit ZEWO-Gütesiegel sei der SGB-FSS bei der Einwerbung von Finanzmitteln an sehr strenge Regeln gebunden. «Wenn er an der Haustür oder an Ständen im öffentlichen Raum um neue Unterstützer für die Finanzierung seiner Projekte wirbt, besitzt der Schweizerische Gehörlosenbund nicht nur alle dafür erforderlichen Genehmigungen – auch das offizielle Logo ist deutlich sichtbar an den Ständen sowie an der Kleidung der Mitarbeitenden angebracht», stellt der Verband klar.

Letztere würden stets einen Ausweis bei sich tragen, den sie auf Anfrage vorzeigen könnten. «Vor allem akzeptiert oder verlangt der Schweizerische Gehörlosenbund schon aus Sicherheitsgründen niemals Bargeld im Rahmen seiner Kampagnen», heisst es weiter in der Mitteilung.  

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(sul)

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